„Dotard“: Kims Angriff auf Trump lässt Beobachter zum Wörterbuch greifen

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un beschimpft Trump als senil. (Bild: Reuters)

Im Wortgefecht zwischen den Atommächten USA und Nordkorea wird mit blumigen Drohungen wahrlich nicht gespart. Jetzt hat Diktator Kim Jong-un sogar das Vokabular vieler Beobachter erweitert. Er beschimpfte Donald Trump als „dotard“. Die altertümliche Bezeichnung für einen senilen Greis sorgt im Internet für Belustigung, aber auch Beklemmung.

Entsetzen oder Befremden sind im sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und Nordkorea unter Beobachtern an der Tagesordnung. Jetzt kam auch noch Verwirrung dazu. In der englischen Version einer schriftlichen Stellungnahme bezeichnete Diktator Kim Jong Un seinen Widersacher Donald Trump als „dotard“. Selbst vielen Muttersprachlern war dieser Begriff nicht bekannt. Wie so oft waren die Experten vom US-Duden-Pendant Merriam-Webster zur Stelle, um bei Aussagen von oder über Trump für Erhellung zu sorgen.

Merriam-Webster verwies per Twitter auf die Definition von „dotard“. Damit wird seit dem 14. Jahrhundert ein seniler Mensch genannt, bei dem mentale Stabilität und Aufmerksamkeit eingeschränkt sind. „Der Begriff meinte anfangs ‚Schwachkopf’“, klärten die Sprachexperten auf. Deutsche Medien übersetzten Kim Jong Uns Wortwahl für den 71-jährigen Trump mit „Tattergreis“, „senil“ oder „dementer Greis“. Gleich zweimal hatte Kim in seiner Mitteilung den Ausdruck benutzt.

Erst bezeichnete der Diktator Trump als „schwerhörigen Tattergreis“, abschließend drohte er: „Ich werde den geisteskranken, dementen US-Greis gewiss und endgültig mit Feuer bändigen.“ Zuvor hatte der US-Präsident Kim vor der UN-Vollversammlung „Raketenmann“ genannt und Nordkorea mit „völliger Zerstörung“ gedroht, sollte das Regime im Streit über sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenken.

Auf Twitter sorgte das neueste Kapitel im Wortgefecht für Erheiterung. „Jeder lernt heute ein neues Wort: dotard“, schrieb Userin Lori Thombs.

Die Witzbolde der Videoseite „Funny or Die“ sprachen vielen Trump-Kritikern aus der Seele. „Ein Wort, von dessen Existenz du bislang nichts wusstest, das du aber heute gegoogelt hast und dachtest ‚Verdammt, das trifft es ziemlich gut.’“

Der Programmierer und Trump-Gegner William LeGate änderte seinen Twitter-Nutzernamen in „Trump’s a #dotard“ (Trump ist ein Tattergreis) und schrieb: „Wenn Kim Jong-un bessere englische Wörter kennt als der Präsident der Vereinigten Staaten …“.

Wer auf Twitter nach dem Hashtag „#dotard“ suchte, bekam übrigens als ersten Treffer die Profilseite Trumps angezeigt. Das war aber nicht als Kommentar des sozialen Netzwerks zu verstehen. Bei Stichwortsuchen werden generell passende Konten vorgeschlagen.

Bei aller Häme und klammheimlichen Freude über Kims Äußerung wiesen aber auch etliche Menschen darauf hin, wie schnell der Weltgemeinschaft das Lachen im Hals stecken bleiben könnte. „Es ist alles ein großer Spaß, bis die zwei irren, narzisstischen Wahnsinnigen von Beschimpfungen zum Mord an Millionen von Menschen übergehen“, schrieb ein User.

Dennoch wird Trumps Replik auf Twitter mit Spannung erwartet.

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