dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 30.10.2023 - 17.00 Uhr

ROUNDUP: Inflation sinkt im Oktober auf niedrigsten Stand seit August 2021

WIESBADEN - Die Inflation in Deutschland ist dank gesunkener Energiepreise weiter auf dem Rückzug. Die Jahresteuerungsrate lag im Oktober bei 3,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Es war der niedrigste Wert seit August 2021 mit damals ebenfalls 3,8 Prozent. Im September waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 4,5 Prozent gestiegen und im August um 6,1 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte sogar eine Acht vor dem Komma gestanden.

ROUNDUP: Deutschland im Abschwung - Wirtschaftsleistung im Sommer geschrumpft

WIESBADEN - Die deutsche Wirtschaft ist auch im Sommer nicht in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im dritten Quartal verglichen mit dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt leicht um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte und die Bundesregierung rechneten zuletzt damit, dass Europas größte Volkswirtschaft auch im Gesamtjahr schrumpfen wird, bevor es 2024 wieder aufwärts gehen soll.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung sinkt auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 93,3 Punkte, wie die Europäische Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Es ist der niedrigste Stand seit November 2020 und die sechste Abschwächung in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang auf 93,0 Punkte gerechnet.

Israel friert Steuerzahlungen an Palästinenserbehörde ein

TEL AVIV - Israel friert vorübergehend millionenschwere Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland wegen angeblicher Unterstützung des Hamas-Terrorüberfalls am 7. Oktober ein. "Aufgrund der Unterstützung der Behörde der Hamas-Massaker" habe er Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gebeten, kurzfristig im Kabinett die Fortsetzung der Zahlungen zu prüfen, teilte der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich am Montag auf der Plattform X, vormals Twitter, mit. "Bis eine Entscheidung getroffen wird - stoppen wir die Zahlungen", schrieb er.

Spanien: Inflationsrate steigt nicht so deutlich wie erwartet

MADRID - In Spanien hat die Inflation im Oktober nicht so stark an Tempo zugelegt wie erwartet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die zu europäischen Vergleichszwecken berechneten Verbraucherpreise (HVPI) um 3,5 Prozent, nach 3,3 Prozent im September. Dies teilte das Statistikamt INE am Montag in Madrid mit. Damit wurde der höchste Stand seit April erreicht.

GESAMT-ROUNDUP: Israelische Armee rückt weiter in Gaza vor - UN drängt auf Hilfe

TEL AVIV/GAZA - Die israelische Armee ist weiter mit Bodentruppen im Gazastreifen vorgerückt. Die Armee teilte am Montag mit, sie habe bei ihrem Vorstoß Dutzende Hamas-Kämpfer getötet. Nach nun mehr dreieinhalb Wochen Gaza-Krieg forderten die Vereinten Nationen mehr Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Nach UN-Angaben kamen seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 117 Lastwagen in dem abgeriegelten Küstenstreifen an. Es seien aber viel größere Mengen nötig, um eine Verschlechterung der Lage und Unruhen zu vermeiden.

Weltbank: Eskalation im Nahen Osten könnte Folgen für Ölpreis haben

WASHINGTON - Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten könnte der Weltbank zufolge gravierende Auswirkungen auf den Ölpreis haben. "Bislang sind die Auswirkungen auf die Preise gering. Frühere militärische Konflikte in der Region führten jedoch häufig zu höheren Preisen und Volatilität auf den Rohstoffmärkten", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Weltbank mit Sitz in Washington. Eine Eskalation könne daher je nach Dauer und Ausmaß "zu erheblichen Störungen der Ölversorgung führen". Das liege daran, dass auf die Region ein erheblicher Anteil der Ölproduktion falle.

IAB: Lage auf deutschem Arbeitsmarkt hat sich weiter verschlechtert

NÜRNBERG - Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich laut einer Untersuchung weiter verschlechtert. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist im Oktober um 0,4 Punkte auf 99,5 Punkte gesunken, wie ein Sprecher des Instituts am Montag in Nürnberg mitteilte. Mit Ausnahme der ersten Corona-Welle habe das Barometer noch nie so tief gestanden.

Chinas Militär nach langer Funkstille offen für Gespräche mit USA

PEKING - Chinas Militär ist nach den Worten eines hochrangigen Generals offen dafür, mit den USA wieder Gespräche aufzunehmen. China sei bereit, die chinesisch-amerikanischen Militärbeziehungen basierend auf gegenseitigem Respekt und friedlichem Zusammenleben auszubauen, sagte der Vizevorsitzende der Zentralen Militärkommission, Zhang Youxia, am Montag bei einem internationalen Sicherheitsdialog in Peking. Der zweithöchste Befehlshaber im Militär nach Staats- und Parteichef Xi Jinping hielt die Eröffnungsrede auf dem Xiangshan Forum. Sonst ist dafür der Verteidigungsminister zuständig. Nachdem die Regierung Li Shangfu in der vergangenen Woche von seinem Posten enthob, ist die Stelle derzeit allerdings unbesetzt.

Stark-Watzinger: Kooperationen mit China in der Wissenschaft prüfen

BERLIN - Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat zu Wachsamkeit bei Kooperationen mit China im Wissenschaftsbetrieb aufgerufen. "Hinter jedem chinesischen Forscher kann sich die kommunistische Partei verbergen, darüber müssen wir uns klar sein", sagte die FDP-Politikerin der "Welt". Notwendig sei daher eine Überprüfung bestehender Kooperationsbeziehungen auch von Hochschulen, gerade bei Stipendiaten des staatlichen China Scholarship Council.

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