Drei Angeklagte in sogenanntem Sugardaddyfall in Bonn vor Gericht

Drei Angeklagte müssen sich ab Freitag in einem sogenannten Sugardaddyfall vor dem Landgericht Bonn verantworten. Nach Gerichtsangaben vom Montag wirft die Staatsanwaltschaft einer Frau und zwei Männern gemeinschaftliche räuberische Erpressung vor. Die Frau soll über die Internetplattform "Sugar-Daddy" das spätere Opfer kennengelernt und mit diesem zunächst eine Beziehung geführt haben. Spätestens im Sommer 2015 sollen die Angeklagten dann beschlossen haben, den Mann zu erpressen.

Die Angeklagten sollen von dem Geschädigten demnach erhebliche Geldsummen gefordert haben, um die Frau vor vermeintlichen Entführungen oder Gewalttaten durch Mitglieder einer Rockergruppe zu schützen. Außerdem sollen sie dem Liebhaber der Frau mit der Veröffentlichung kompromittierender Aufnahmen gedroht haben. Insgesamt sollen die Angeklagten auf diese Weise bis Februar 2018 mehr als 1,6 Millionen Euro von dem Geschädigten erpresst haben.

Der angeklagten Frau wird zudem in einem weiteren Fall noch besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen, weil sie den Mann gemeinsam mit anderen Mittätern um weitere 250.000 Euro erpresst haben soll. Die Mittäter, die gesondert verfolgt werden, sollen das Opfer unter anderem mit einer Pistole bedroht haben. Ein Urteil wird für Mitte Dezember erwartet.