Drei Frauen mutmaßlich per Armbrust getötet - Britische Polizei fahndet nach Verdächtigem

Nach einem mutmaßlichem Armbrust-Angriff in Großbritannien, bei dem drei Frauen getötet wurden, fahndet die Polizei nach einem möglicherweise mit der Waffe geflohenen Verdächtigen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der BBC um die Familie eines Sportmoderators. (JUSTIN TALLIS)
Nach einem mutmaßlichem Armbrust-Angriff in Großbritannien, bei dem drei Frauen getötet wurden, fahndet die Polizei nach einem möglicherweise mit der Waffe geflohenen Verdächtigen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der BBC um die Familie eines Sportmoderators. (JUSTIN TALLIS)

Nach einem mutmaßlichem Armbrust-Angriff in Großbritannien, bei dem drei Frauen getötet wurden, fahndet die Polizei nach einem  möglicherweise mit der Waffe geflohenen Verdächtigen. Die Polizei in der Grafschaft Hertfordshire nördlich von London warnte die Bevölkerung am Mittwoch davor, sich dem Mann zu nähern. Die Schüler einer Grundschule durften das Gebäude aus Sicherheitsgründen vorerst nicht verlassen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der BBC um die Familie eines Sportmoderators.

Die Polizei sprach von einem "gezielten Angriff". Die Einsatzkräfte waren den Angaben zufolge am Mittwoch zu einem Haus in Bushey, im Norden Londons, gerufen worden, wo die drei getöteten Frauen im Alter von 25, 28 und 61 Jahren für tot erklärt wurden.

Eine Nachbarin sagte, sie habe "schrille" Schreie aus dem Haus gehört. Als bewaffnete Polizeieinheiten die Straße abriegelten, sei "absolutes Chaos" ausgebrochen. Die bewaffneten Beamten hätten die Anwohner eindringlich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Die BBC teilte mit, bei den Opfern handele es sich um Carol Hunt, die Ehefrau des Sportmoderators John Hunt, sowie die Töchtern des Paares. Der BBC-Sender Radio Five Live, ein Arbeitgeber von John Hunt, sprach gegenüber seinen Angestellten von einem "äußerst erschütternden" Vorfall. Die Pferderennnen-Sparte des Senders Sky Sports, für den Hunt ebenfalls moderiert, schrieb im Online-Dienst X, das Team sei "angesichts der tragischen Todesfälle tieftraurig".

Jon Simpson von der Polizei der Grafschaft Hertfordshire sagte, nach dem 26-jährigen Verdächtigen aus dem Nordlondoner Vorort Enfield werde mit bewaffneten Polizeieinheiten und Spezialkräften gesucht. Simpson sprach von einem "schrecklichen Vorfall, bei dem derzeitigen Erkenntnissen zufolge eine Armbrust benutzt wurde". Es sei möglich, dass der Mann bei dem Angriff weitere Waffen benutzt habe. Simpson rief den Verdächtigen dazu auf, sich der Polizei zu stellen und warnte die Bevölkerung davor, mit dem Mann in Kontakt zu treten.

Innenministerin Yvette Cooper sprach von einer "wirklich schockierenden" Tat. Eine Sprecherin erklärte, die Ministerin werde die Ergebnisse einer in diesem Jahr eingeleiteten Untersuchung zur Notwendigkeit weiterer Kontrollen für Armbrüste "schnellstmöglich prüfen, um zu sehen, ob die Gesetze weiter verschärft werden müssen".

Der Besitz einer Armbrust erfordert in Großbritannien derzeit keine Lizenz. Ohne triftigen Grund ist das Tragen dieser Waffen in der Öffentlichkeit jedoch verboten.

Angriffe mit Armbrüsten sorgen in Großbritannien immer wieder für Aufregung. Im März war ein 47-Jähriger im Zusammenhang mit zwei Armbrust-Angriffen in London verhaftet worden, bei denen zwei Menschen verletzt worden waren.

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte ein Fall von 2021, als ein mit einer Armbrust bewaffneter Mann auf das Gelände von Schloss Windsor eindrang und versuchte, die mittlerweile verstorbene Königin Elizabeth II. zu töten. Der psychisch kranke Mann gestand die Tat und wurde im vergangenen Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

kü/kas