Drei Tage Staatstrauer nach Überfall mit 100 Toten im Niger

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Szene in der nigrischen Hauptstadt Niamey

Nach dschihadistischen Angriffen auf zwei Dörfer im Niger mit 100 Toten hat die Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Das teilte am Montag Innenminister Alkache Alhada mit, der zugleich verstärkte Sicherheitsmaßnahmen im Grenzgebiet zu Mali zusagte. Der Innenminister machte seine Ankündigung nach einer außerordentlichen Sitzung des nationalen Sicherheitsrats, die von Präsident Mahamadou Issoufou geleitet wurde.

Es gehe darum, für die Zukunft einen Sicherheitskordon zu schaffen, sagte Alhada. "Aber eine der Schwierigkeiten liegt darin, dass auf der malischen Seite Leere herrscht." Für die Menschen, die von den Überfällen am Samstag betroffen waren, stellte er Hilfsmaßnahmen wie etwa Nahrungsmittellieferungen in Aussicht.

Die Angriffe waren nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Acled die blutigsten, die von dschihadistischen Gruppen gegen Zivilisten in der Sahel-Zone bisher verübt wurden.

Alhada sagte, er sei am Sonntag mit dem Regierungschef zum Ort der Überfälle gereist. "Wir haben die Gräber und die Familien der Opfer gesehen." Es sei wichtig, die Wut zu zügeln, um "Entgleisungen" zu verhindern. Einige Gesprächspartner hätten nach Waffen verlangt.

Die Angreifer waren mit etwa 100 Motorrädern in die Dörfer Tchomo Bangou und Zaroumadereye eingefallen und hatten zahlreiche Einwohner getötet und verletzt. Der frühere nigrische Minister Issoufou Issaka sagte, die Angreifer hätten Vergeltung geübt, nachdem zwei ihrer Kämpfer von Dorfbewohnern "gelyncht" worden seien.

ao/noe