Drei Tote durch Schüsse an US-Grundschule

Bei einer mutmaßlichen Beziehungstat sind in einer Grundschule in Kalifornien eine Lehrerin und ein achtjähriger Schüler getötet worden. Der Täter erschoss vor der Klasse seine Ehefrau und beging dann Suizid. Die Schüsse trafen auch den Achtjährigen

Tödliche Schüsse im Klassenzimmer: Bei einer mutmaßlichen Beziehungstat sind in einer Grundschule im kalifornischen San Bernardino eine Lehrerin und ein achtjähriger Schüler getötet worden. Der Täter erschoss seine Ehefrau vor den Augen der Klasse, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Schüsse trafen auch zwei Schüler, von denen einer später seinen schweren Verletzungen erlag. Nach dem Angriff beging der Schütze Selbstmord.

Der 53-Jährige habe seine von ihm getrennt lebende Frau erschossen und dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet, erklärte die Polizei. Obwohl der Mann offenbar nur auf die Lehrerin gezielt habe, seien zwei Schüler durch Schüsse lebensgefährlich verwundet worden. Einer von ihnen, ein acht Jahre alter Junge, erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Zustand des zweiten, neunjährigen Opfers sei "ernst, aber stabil".

In die Klassen des ebenfalls 53-jährigen Opfers Karen Smith gehen behinderte Schüler oder Kinder, die besonders betreut werden müssen. "Ich sah, wie Blut an die Wand spritzte", erzählte die siebenjährige Brooklyn der Nachrichtenagentur AFP. "Ich bin so schnell gerannt, wie ich konnte. Ich habe einen Schuh verloren." Sie habe ihre Lehrerin sehr gemocht, fügte sie hinzu.

Ein Elfjähriger berichtete, er habe eine Mathearbeit geschrieben, als er die Schüsse hörte. Der Anblick der Spezialkräfte habe ihm Angst gemacht. "Die Polizei kam herein und wir mussten mit erhobenen Händen rausgehen." Die Schüler der North Park Elementary School wurden zur Sicherheit an eine nahegelegene Oberschule gebracht. Viele Eltern warteten in Panik stundenlang, bis sie wussten, dass ihre Kinder wohlauf sind.

Die North Park Schule wird von rund 500 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter besucht. Das Personal kannte Smiths Ex-Mann Cedric Anderson und stoppte ihn deshalb auch nicht, als er sagte, er müsse seiner Frau etwas bringen. Auch für die Polizei war der Mann kein Unbekannter: Wegen häuslicher Gewalt sowie kleinerer Drogen- und Waffenvergehen war er schon früher in Konflikt mit den Gesetzeshütern gekommen, war jedoch niemals ernsthaft bestraft worden.

San Bernadino liegt rund hundert Kilometer östlich von Los Angeles, die Stadt kämpft mit massiven Drogen- und Gewaltproblemen. Aus finanziellen Gründen mussten die Behörden auch die Zahl der Polizisten reduzieren - daraufhin stieg die Mordrate im vergangenen Jahr um 41 Prozent auf den höchsten Stand seit 2016.

Die Schüsse in der Grundschule weckten Erinnerungen an den blutigen Anschlag vom Dezember 2015. Damals hatte ein radikalisiertes muslimisches Ehepaar während einer Weihnachtsfeier in einer Behinderteneinrichtung das Feuer eröffnet und 14 Menschen getötet sowie 22 weitere verletzt, bevor es von der Polizei erschossen wurde. Die Bundespolizei FBI stufte die Tat damals als islamistischen "Terrorakt" ein.

Die tödlichen Schüsse in der Grundschule dürften die Debatte über die Waffengesetze in den USA neu anheizen. Mehr als 33.000 US-Bürger kommen jedes Jahr durch Waffengewalt ums Leben, so viel wie in keinem anderen westlichen Land.

Schulen sollten geschützte Orte sein, "wo Kinder ohne Angst vor Gewalt lernen, spielen und aufwachsen", sagte der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Die Bluttat in San Bernadino zeige, dass Waffen dieses Sicherheitsgefühl "zertrümmern können, gnadenlos und ohne Warnung".

Trotz mehrerer Amokläufe an Schulen und Universitäten gelang es Ex-Präsident Barack Obama nicht, gegen den Widerstand der Republikaner schärfere Waffengesetze durchzusetzen. Obamas Nachfolger Donald Trump versprach dagegen während des Wahlkampfs, das von der Verfassung verbriefte Recht auf Waffenbesitz nicht anzutasten.

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