Dreyer fordert Union nach Entscheid über SPD-Spitze zum "Runterkochen" auf

Malu Dreyer

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer hat nach dem SPD-Mitgliedervotum über die neue Parteiführung die Koalitionspartner CDU und CSU zur Gelassenheit aufgefordert. "Ich glaube, wir sollten etwas runterkochen", sagte Dreyer am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Bei den Wechseln an der Parteispitze von CDU und CSU habe es auch "ganz viele Wallungen" gegeben, insbesondere beim Wechsel von Horst Seehofer zu Markus Söder an der CSU-Spitze. Angesichts dessen könne jetzt nicht so getan werden, als breche bei der SPD das Chaos aus - das sei nicht der Fall.

Dreyer sagte, zu allen Fragen zur Zukunft der SPD müsse der Parteitag am kommenden Wochenende abgewartet werden. "Selbstverständlich haben wir nach dem Parteitag Klarheit darüber, wie es weiter geht."

Wenn sie Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans richtig verstehe, wird es dabei darum gehen, "dass man auf der Grundlage des Koalitionsvertrages neue Themen diskutieren wird", sagte Dreyer. "Selbstverständlich" bewege sich auch die neue SPD-Führung auf der Grundlage des Koalitionsvertrages.

Esken und Walter-Borjans sind Kritiker der großen Koalition, sie hatten sich überraschend gegen ihre Mitbewerber Klara Geywitz und Olaf Scholz durchgesetzt. Auf dem von Freitag bis Sonntag dauernden Parteitag in Berlin soll ihre Wahl formal vollzogen werden.

Dreyer, die nach dem Rückzug von Andrea Nahles die SPD kommissarisch geführt hatte, sagte, sie werde sich nicht als stellvertretende SPD-Chefin zur Wahl stellen. Sie wolle sich ganz auf ihre Rolle als Ministerpräsidentin und Koordinatorin der SPD-geführten Bundesländer konzentrieren und werde auch so Akzente für die SPD setzen können.