Ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands mindestens einmal geimpft

·Lesedauer: 2 Min.
Eine Frau wird geimpft

Ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ist zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstag mitteilte, betrug die Quote unter Berücksichtigung der bis einschließlich Montag erfolgten Impfungen 33,3 Prozent. Für die vollständigen Impfungen wurde eine Quote von 9,6 Prozent angegeben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dämpfte erneut Erwartungen, dass sich nach Aufhebung der Priorisierung im Juni jeder schnell impfen lassen kann.

Laut RKI erhielten 27.7 Millionen Menschen zumindest eine Impfdosis, 8,0 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. In der zweiten Zahl sind auch die Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson enthalten, bei dem eine Impfdosis ausreicht. Bei den übrigen Impfstoffen werden zwei Dosen für einen vollständigen Impfschutz benötigt. Allein für Montag wurde die Zahl der Erstimpfungen mit 557.612 angegeben, die der neuen, vollständigen Impfungen mit 178.512.

Spahn bekräftigte im Deutschlandfunk die Absicht, die Priorisierung für die Impfstoffe im Juni aufzuheben. "Wir können aber nicht alle an den ersten drei Tage impfen, es wird schon auch bis in den Juli hineingehen", sagte der Gesundheitsminister.

Spahn rechtfertigte die Aufhebung der Priorisierung für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson. Jeder Impfstoff, der verfügbar sei, solle schnell eingesetzt werden. Ältere Menschen und Risikogruppen würden aber weiterhin bevorzugt geimpft. Derzeit gebe es die größte Menge an Impfstoffen von Biontech/Pfizer und von Moderna .

Von Johnson & Johnson würden im Juni und Juli größere Mengen erwartet, fügte der Minister hinzu. Deshalb sei die Aufhebung der Impfpriorisierung für dieses Vakzin ein Schritt für die Zukunft. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Impfstoff ähnlich wie den von Astrazeneca grundsätzlich nur für über 60-Jährige, auch jüngere Menschen können sich aber nach eingehender Beratung impfen lassen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf Spahn vor, nicht genug gegen das Vordrängeln unternommen zu haben. Der Minister habe alle diesbezüglichen Warnungen ignoriert "und Impfvordrängeln nicht geahndet", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP. Immer noch bremse der Mangel an Seren den Fortschritt bei den Impfungen.

"Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn jetzt sowohl in den Arztpraxen als auch in den Impfzentren die Forderungen von Impfwilligen immer robuster eingefordert werden", fügte Brysch hinzu. Tausendfach würden falsche Geburts- und Berufsangaben gemacht oder die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, Schwangeren oder Behinderten genannt, beklagte Brysch. "Auch das aggressive Auftreten der Impfwilligen steigt."

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Berufsverband Deutscher Internisten forderten eine bessere Versorgung von Haus- und Facharztpraxen mit Impfstoffen. Nach dem Ende der Priorisierung bei Johnson & Johnson sowie Astrazeneca müssten zudem auch für die Vakzine anderer Hersteller bürokratische Vorgaben abgebaut werden, forderten die beiden Verbände. Denn um möglichst viele Menschen so schnell wie möglich vor COVID-19 zu schützen, müssten vermeidbare Aufwände für Arztpraxen reduziert werden.

jp/bk

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.