Dritter Lockdown in Frankreich rückt näher

·Lesedauer: 1 Min.
Ein Corona-Patient auf einer Intensivstation in Colmar

In Frankreich rückt ein dritter Lockdown näher: Der Vorsitzende des wissenschaftlichen Corona-Beirats der Regierung, Jean-François Delfraissy, sagte am Sonntagabend im Fernsehsender BFM-TV, angesichts der Verbreitung neuer Corona-Varianten gebe es "akuten Handlungsbedarf". Die Regierung will am Mittwoch über die Lage beraten und bis Donnerstag Beschlüsse verkünden. Unterdessen wurden Warnungen vor schweren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen laut.

"Wir müssen wahrscheinlich neue Ausgangssperren verhängen", sagte Delfraissy mit Blick auf die beiden bisherigen Lockdowns im vergangenen Frühjahr und im November. Virus-Varianten wie die zuerst in Großbritannien aufgetretene Mutante drohten "das Pendant einer zweiten Pandemie" mit sich zu bringen. Im Gespräch sind deshalb eine erneute Schließung der meisten Geschäfte und ganztägige Ausgangssperren. Derzeit gilt in Frankreich eine landesweite Sperrstunde ab 18.00 Uhr.

Zuletzt wurden in Frankreich gut 18.000 tägliche Neuinfektionen registriert. Das ist mehr als das Dreifache des Höchstwerts von 5000, den Präsident Emmanuel Macron Ende Oktober als Ziel ausgegeben hatte. Auch der Druck auf die Krankenhäuser steigt wieder.

Senatspräsident Gérard Larcher forderte, alles zu tun, um einen neuen Lockdown zu vermeiden. Ansonsten drohten menschliche "Dramen", sagte er der Zeitung "Le Figaro". Der französische Arbeitgeberverband Medef und die Industrie- und Handelskammern verlangten, diesmal möglichst viele Geschäfte offen zu lassen.

lob/mid