Drohendes Verkehrschaos im Kölner Osten: Politiker und Experten suchen Lösungen

Maßnahmen zur Schadstoff- und Lärmreduzierung drohen zu spät zu kommen.

Unbefriedigend. So könnte das Urteil zusammengefasst werden, das Teilnehmer des zweiten Fachgesprächs zur Verkehrssituation im Kölner Osten und Bergisch Gladbach fällten.

Bei diesem Gespräch stellten Klaus Harzendorf, Leiter des Kölner Amts für Straßen und Verkehrstechnik, sowie Harald Flügge, Stadtbaurat der Stadt Bergisch Gladbach, ihre Pläne vor, wie sie das Verkehrschaos und die damit verbundene Schadstoff- und Lärmbelastung unter anderem auf der Bergisch Gladbacher Straße, aber auch auf dem Clevischen Ring in den Griff bekommen wollen.

SPD lud ein

Eingeladen hatten wie vor fast einem Jahr die SPD-Landtagsabgeordneten Martin Börschel und Jochen Ott. Als Gesprächspartner war auch Siegfried Rupprecht, Berater der Europäischen Union unter anderem in Fragen der Stadtentwicklung und des Stadtverkehrs, gekommen. Als Fachmann für den öffentlichen Nahverkehr stand KVB-Vorstand Jürgen Fenske bereit.

Harzendorf stellte zu Beginn den Maßnahmenkatalog vor, den ein „Runder Tisch Verkehr“ im Rechtsrheinischen, auf der Basis von Verkehrszählungen ausgearbeitet hatte. In diesem arbeiteten Vertreter beider Städte, des Rheinisch-Bergischen Kreises, der Wirtschaft und der Bürgerschaft mit. Der Katalog beinhaltet 33 Vorhaben, die nach ihrer potenziellen Umsetzungszeit eingeteilt wurden.

Diverse Maßnahmen kamen auf den Tisch

Dabei reicht das Spektrum von der Einführung von Tempo 30 auf der Bergisch Gladbacher Straße vom Clevischen Ring bis zur Stadtgrenze, mehr Kreisverkehre, umweltsensitive Ampelschaltungen auf dem Clevischen Ring und der Bergisch Gladbacher Straße, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – unter anderem die Anbindung Stammheims und Flittards an die Stadtbahn – sowie dem Ausbau von Radwegen.

„Wir begrüßen das alles sehr, doch warum dauert bei vielen Vorhaben die Umsetzung so lange“, fragte Bernhard Lob, Vorsitzender des Förderkreises rechtsrheinisches Köln. Außerdem fehle in der Aufstellung eine mögliche Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 über Thielenbruch hinaus nach Bergisch Gladbach. Lob: „Es gab diese Trasse schon einmal.“

Heiner Schwarz von der Initiative „RRX für Mülheim“ bemängelte, dass der Güterverkehr der Bergisch Gladbacher Gewerbegebiete weitgehend über die Bergisch Gladbacher Straße in Köln erfolge und nicht über die Bahn: „Warum wird der Güterterminal nicht genutzt, der von der Stadt Bergisch Gladbach extra gebaut wurde?“.

Zwei Klagen anhängig

Ein anderer Zuhörer bemängelte, dass eine Pförtnerampel an der Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach nicht kurzfristig kommt, sondern mittelfristig lediglich geprüft werde. Eine solche Pförtnerampel schaltet auf Rot, wenn die Schadstoffwerte zu hoch sind und erst bei sauberer Luft wieder auf Grün. Nachdem Fenske die Pläne des Stadtbahnausbaus bis Flittard erläutert hatte, der auch einen Vorlaufbetrieb mit Bussen beinhaltet, forderte Ott, für diese Busse eine eigene Spur auf dem Clevischen Ring einzurichten: „Sonst bleiben die wie alle anderen im alltäglichen Stau stecken.“

Kritik ernteten die Verwaltungsvertreter von Siegfried Rupprecht. „Ich bin erschüttert, wie entspannt hier die Situation geschildert wird.“ Immerhin gehe es darum, dass zwei Klagen wegen überschrittener Grenzwerte anhängig seien. Eine seitens der Europäischen Union und eine weitere von der Deutsche Umwelthilfe.

Außerdem sei die Gesundheit der Anwohner hochgradig gefährdet. Rupprecht: „Wenn die Urteile gefällt sind, drohen radikale Maßnahmen wie Fahrverbote für alle Diesel.“ Dann stehe nicht nur die Wirtschaft in Bergisch Gladbach vor dem Kollaps, sondern sehr viele würden Menschen ihrer Mobilität beraubt. Dieses Szenario drohe bereits im Laufe der nächsten anderthalb...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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