Drohungen mit Gasexplosion lösen nächtliche Evakuierung in Schleswig-Holstein aus

Ein 45-jähriger Mann hat in Hamburg seinen Bruder erstochen und seine Mutter mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Die Tat ereignete sich nach Angaben der Polizei in der Wohnung der 68-jährigen Mutter

Durch Drohungen mit einer Gasexplosion hat ein Ruhestörer in der Gemeinde Appen in Schleswig-Holstein eine nächtliche Evakuierungsaktion ausgelöst. Etwa hundert Menschen hätten am frühen Mittwochmorgen vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Polizei in Bad Segeberg mit. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte den Mann, ein Amtsarzt wies ihn anschließend in eine Psychiatrie ein.

Nach Angaben der Beamten waren Polizisten in der Nacht zweimal zu Ruhestörungen wegen lauter Musik zu dessen Wohnhaus gefahren. Als sich der Mann weiterhin uneinsichtig zeigte, beschlagnahmten sie die Stereoanlage. Der Bewohner schloss sich daraufhin im Keller ein und kündigte an, das Haus mit Gas in die Luft zu sprengen.

Als die Einsatzkräfte durch die Tür Gas rochen, verließen sie das Haus und räumten im Umkreis von 150 Metern alle Nachbargebäude. Verhandlungsspezialisten der Polizei versuchten vergeblich, mit dem Mann in Kontakt zu treten. Am Ende griffen Spezialkräfte zu und nahmen ihn widerstandslos fest.

Es stellte sich heraus, dass der Mann nur eine kleine Campinggaskartusche geöffnet hatte, um den Eindruck zu erwecken, er habe die Gasleitung manipuliert. Das Alter des Manns nannten die Beamten wegen der geringen Größe des Orts absichtlich nicht. Er wäre sonst leicht identifizierbar.