"Druck erzeugt Gegendruck": Dieter Bohlen verteidigt umstrittene Aussagen zum Ukraine-Krieg

Für seine umstrittenen Aussagen zum Ukraine-Krieg im Herbst musste Dieter Bohlen viel Kritik einstecken. In einem Interview erklärte sich der Poptitan nun erneut und unterstrich, "keinerlei Sympathien für Putin" zu haben.

Im
Im "Stern"-Interview ging Dieter Bohlen erneut auf seine Aussagen zum Ukraine-Krieg ein - und erklärte seine besondere Beziehung zu Russland. (Bild: Andreas Rentz / Getty Images)

Bereits im Herbst tätigte Dieter Bohlen umstrittene Aussagen zum Ukraine-Krieg. Damals erklärte er, wenn man sich statt auf Sanktionen zu setzen mit Russland an einen Tisch gesetzt hätte, müssten die Leute nicht frieren. In einem "Stern"-Interview verteidigte der Entertainer nun seine Äußerungen. Allerdings stellte der 68-Jährige unmissverständlich klar: "Ich finde extrem schlimm, was Putin macht. Ich finde diesen Krieg entsetzlich, und die furchtbaren Bilder aus der Ukraine machen mich und meine Familie tief traurig."

Aber der Poptitan merkte auch an: "Ich kenne Physik: Druck erzeugt Gegendruck. Mit Gewalt, damit, immer noch mehr Panzer hinzuschicken, schafft man diesen Krieg nicht aus der Welt." Nur das habe er im Herbst gemeint und aussagen wollen. Bohlen versicherte, er habe "keinerlei Sympathien für Putin", jedoch möge er die Menschen in Russland - und die Ukrainer.

Das Jury-Mitglied von "Deutschland sucht den Superstar" hat eine besondere Beziehung zu Russland: "Meine Oma kommt aus Königsberg, das jetzt Kaliningrad heißt, und meine Mama kommt da auch her", berichtete der Musikproduzent dem "Stern". Er habe also "das Russische ein bisschen in mir eingekreuzt, die Traurigkeit der russischen Seele, diese Melancholie auch."

Der
Der "Poptitan" ist wieder da: Dieter Bohlen gibt den Chefjuror der letzten Staffel der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)

"Klugschnacker" in der Politik

An der deutschen Politik übt Dieter Bohlen im "Stern"-Interview deutliche Kritik. Viele Minister hätten keine Ahnung. "Ich wünsche mir zum Beispiel einen Wirtschaftsminister, der Ökonom ist oder zumindest einmal eine Führungsposition in einer Firma innehatte", so Bohlen. "Stattdessen haben wir Klugschnacker, und die sagen uns, was wir machen müssen."

Bohlen sagte, er höre immer nur, man müsse den Gürtel enger schnallen. Jedoch, so befindet er, müsste das niemand tun, wenn man an einigen Kreuzungen anders abgebogen wäre. "Wenn du eine Firma so führst, wie Deutschland jetzt gerade geführt wird, gehst du pleite", behauptete der Komponist.

Am Samstag, 14. Januar, startet die finale 20. Staffel der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bei RTL. In der Jury sitzt noch einmal Dieter Bohlen - es ist die letzte DSDS-Runde.

Im Video: Europäische Sicherheit: NATO und EU vereinbaren engere Zusammenarbeit