Durchsuchungen wegen Waffenhandels im Rockermilieu in Sachsen-Anhalt

Blaulicht der Polizei

Bei Ermittlungen wegen Waffenhandels im Rockermilieu haben Spezialeinsatzkräfte der Polizei am Montagmorgen mehrere Gebäude in Sachsen-Anhalt durchsucht. Ziel waren vier Objekte in Magdeburg und Schönebeck, wie die ermittlungsführende Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Braunschweig erklärte. In den Gebäuden wurden scharfe Schusswaffen vermutet, aber keine gefunden. Auch Festnahmen gab es nicht.

Das Ermittlungsverfahren richtet sich den Angaben zufolge gegen ein einschlägig vorbestraftes früheres Führungsmitglied eines Motorradclubs aus dem niedersächsischen Helmstedt. Im Fahrzeug des 54-Jährigen hatten Spezialkräfte bei einem Zugriff am Freitag fünf scharfe Pistolen tschechischer Produktion gefunden. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Eine sechste Waffe identischen Typs entdeckten die Beamten ebenfalls am Freitag bei einer Razzia in der Wohnung eines 61-jährigen im niedersächsischen Königslutter. Bei ihm handelte es sich um einen mutmaßlichen Kunden. Inzwischen gestand er dies laut den Ermittlern.

Die Razzien am Montagmorgen dienten demnach der Suche nach weiteren Waffen und anderen Beweismitteln. Bei der Erstürmung eines Hofs in Schönebeck kam es dabei laut Staatsanwaltschaft und Polizei zu einem Zwischenfall mit einem Hund. Spezialeinsatzkräfte erschossen das angreifende Tier "zur Eigensicherung", wie die Beamten mitteilten.