Dutzende Demonstranten bei Protestaktion in Moskau festgenommen

Hinter Gittern

Bei einer Demonstration gegen "politische Unterdrückung" sind in Moskau am Samstag dutzende Menschen festgenommen worden. Wie die Website OVD Info meldete, wurden in der russischen Hauptstadt 35 Menschen festgenommen, einige wurden bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt. Unter den Festgenommenen war auch der bekannte Menschenrechtsaktivist Lew Ponomarjow.

Die Protestaktion fand vor dem Gebäude des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB statt, zu den Teilnehmern zählten überwiegend junge Demonstranten. Sie forderten die Freilassung politischer Gefangener. Zu dem Protest aufgerufen hatten Unterstützer von Männern, die jüngst wegen Terrorvorwürfen verurteilt worden waren und vor Gericht angegeben hatten, sie seien vom FSB gefoltert worden.

Ein Militärgericht in der zentralrussischen Stadt Pensa hatte im Februar in einem umstrittenen Schuldspruch sieben junge Männer zu Haftstrafen zwischen sechs und 18 Jahren verurteilt. Sie waren für schuldig befunden worden, eine Organisation namens "Netzwerk" gegründet zu haben, um die Regierung zu stürzen. Alle Angeklagten wiesen die Anschuldigungen zurück und erklärten, sie seien in der Haft gefoltert worden. Damit hätten Geständnisse erzwungen werden sollen. Gegen zwei Angeklagte läuft noch ein Verfahren in St. Petersburg.