Dutzende Tote bei Amoklauf in US-Grundschule

Newtown/USA (dapd). Es war eine der schlimmsten Bluttaten an einer Schule in der amerikanischen Geschichte: Bei einem Amoklauf an einer Grundschule im US-Staat Connecticut sind am Freitag Dutzende Kinder und Lehrer getötet worden. Polizeisprecher Paul Vance sprach von mehreren Opfern, nannte aber keine genauen Zahlen. Eine Gewährsperson erklärte, 27 Menschen seien ums Leben gekommen, darunter 18 Kinder. Der Schütze ist laut Polizeiangaben tot.

In der Schule werden Kinder vom Kindergarten bis zur vierten Klasse unterrichtet. Der Landkreis von Newton gilt als einer der wohlhabendsten in den USA.

Das Gebiet um die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown wurde weiträumig abgeriegelt. Rettungswagen fuhren zum Tatort, Eltern versammelten sich in der Nähe des Gebäudes, während ein Hubschrauber in der Luft kreiste. Die Schulverwaltung erklärte, Schulen des Bezirks seien geschlossen worden. Nachd en Worten von Polizeisprecher Vance besteht aber keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit.

Schütze soll 20 Jahre alt gewesen sein

Bei dem Schützen soll es sich um einen 20 Jahre alten Mann handeln. Aus Polizeikreisen verlautete, er habe Verbindungen zu der Grundschule in Newtown. Ermittler in New Jersey durchsuchten im Zusammenhang mit der Tat ein Gebäude.

Ein Mitarbeiter von Gouverneur Dan Malloy teilte mit, US-Präsident Barack Obama habe Malloy angerufen und den Betroffenen sein Mitgefühl ausgesprochen. Obama telefonierte nach Angaben des Weißen Hauses auch mit dem Direktor der US-Bundespolizei FBI, die an den Ermittlungen beteiilgt war. Sprecher Jay Carney erklärte, das Weiße Haus werde alles tun, um die Sicherheitskräfte vor Ort zu unterstützen.

Auf die Frage, ob strengere Waffengesetze für den US-Präsidenten nun eine höhere Priorität erhielten, sagte Carney, es gebe sicherlich einen Tag, um dieses Thema zu diskutieren. "Aber ich glaube nicht, dass heute dieser Tag ist", sagte er.

"Jeder war traumatisiert"

Derweil erzählte der 17-jährige Mergim Bajraliu Einzelöheiuten der Tat. Er habe zu Hause Schüsse gehört und sei losgelaufen, um nach seiner neun Jahre alten Schwester zu sehen. Seine Schwester habe Schreie über das Lautsprechersystem gehört. Lehrer hätten gezittert und geweint. "Jeder war traumatisiert", erklärte er. Die Schwester wurde nicht verletzt.

Die Zeitung "The Newton Bee" veröffentlichte unterdessen ein Foto, das eine Reihe von Kindern in Begleitung von Erwachsenen auf einem Parkplatz zeigt. Einige der Kinder weinten, andere waren sichtlich verängstigt.

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