Dutzende Verletzte und Tote bei Luftangriff im Norden Äthiopiens

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Dutzende Verletzte und Tote bei Luftangriff in Äthiopien

Bei einem Luftangriff auf einen Markt in der Konfliktregion Tigray im Norden Äthiopiens hat es nach Angaben von Augenzeugen und Sanitätern dutzende Tote und Verletzte gegeben. Wie Augenzeugen am Mittwoch berichteten, traf der Angriff am Vortag einen viel besuchten Markt in der Stadt Togoga. Eine Zeugin, deren Haus am Markt durch den Angriff zerstört wurde, sprach von "vielen Verletzten und Toten".

Eine genaue Opferzahl lag zunächst nicht vor. Vertreter der Übergangsverwaltung von Tigray und des äthiopischen Militärs ließen eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP unbeantwortet.

Äthiopische Regierungstruppen hatten im November eine Militäroffensive gegen die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF begonnen. Nach wenigen Wochen erklärte Regierungschef Abiy Ahmed die TPLF für besiegt. Doch auch mehr als sieben Monate nach dem Einmarsch der äthiopischen Truppen gehen die Kämpfe weiter.

Seither sind die mehr als fünf Millionen Einwohner der Region fast vollständig vom Rest der Welt abgeschnitten, der Zugang für Hilfsorganisation ist in vielen Gebieten stark eingeschränkt.

Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in der 30 Kilometer von Togoga entfernten Regionalhauptstadt Mekele berichtete am Mittwoch, nach dem Angriff seien sechs Verletzte eingeliefert worden - darunter drei kleine Kinder. Soldaten hätten 45 weitere Verletzte daran gehindert, Togoga zu verlassen.

Der Fahrer eines Krankenwagens berichtete, er sei daran gehindert worden, nach Togoga zu fahren. "Ich habe heute viermal versucht, Mekele zu verlassen, um den Menschen zu helfen, aber die Soldaten lassen uns nicht gehen."

Der Luftangriff folgte auf Berichte, wonach die Rebellen in einigen Teilen Tigrays erneut vorrücken. Demnach sollen sie die Stadt Adigrat im äußersten Norden und das weiter südlich gelegene Wukro kurzzeitig besetzt haben.

Hilfsorganisationen zufolge leiden in Folge der Kämpfe 350.000 Menschen in Tigray unter einer Hungersnot. Im Zuge des Konfliktes waren auch Soldaten aus dem Nachbarland Eritrea einmarschiert, denen Massaker an der Zivilbevölkerung und sexuelle Gewalt gegen Frauen vorgeworfen werden.

noe/cp

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