E-Mail aufgetaucht: Steve Bannon kritisierte Nominierung von Mike Pence als Vizepräsident

Rund ein Jahr lang arbeitete Steve Bannon als Berater von Donald Trump. (Bild: AP Photo)

Er gilt als Präsidentenmacher und Gesellschaftsschreck: Der rechte Publizist Steve Bannon war das Mastermind hinter Donald Trump. Nun werden jedoch brisante Details publik, die zeigen, selbst Bannon konnte nicht alles so beeinflussen, wie er das wollte – wie etwa die Nominierung von Mike Pence als Vizepräsident.

Monatelang musste er so tun, als würde er alle Schritte im Weißen Haus unterstützen und mittragen. Steve Bannon, der nationalistische Journalist und umstrittene Ex-Berater von US-Präsident Donald Trump geht seit Sommer wieder seinem alten Job als Chefredakteur des rechten Onlineportals “Breitbart” nach. Doch noch jetzt steht der 63-Jährige, der während seiner Zeit im Weißen Haus den Spitznamen “Präsident Trump” verliehen bekam, im Kreuzfeuer der Kritik.

Dem Portal “Buzzfeed News” liegen nach eigenen Angaben mehrere E-Mails vor, die belegen, dass Bannon mit der Entscheidung Donald Trumps, Mike Pence als Vizepräsidenten zu nominieren, äußerst unzufrieden war. Am 15. Juli 2016, knapp einen Monat, bevor sich Bannon als Berater der Kampagne von Donald Trump anschloss, tat er in einer internen Redaktionsmail bei „Breitbart“ seine Gedanken zu dieser Entscheidung kund.

Umstrittener Vizepräsident: Mike Pence. (Bild: AP Photo)

Zuvor hatte ihm einer seiner Mitarbeiter, der exzentrische Star-Konservative Milo Yiannopoulos in einer Mail um Rat gefragt: „Scheint eine schlechte Entscheidung zu sein. Soll ich etwas Ambivalentes über ihn twittern? Leute sagen mir, dass Trump das wahrscheinlich nicht wollte. Was ist unsere Linie dazu?“

Darauf antwortete Bannon: „Das ist der Preis, den wir zahlen für die Cruzbots und die NeverTrump-Bewegung. Eine bedauernswerte Notwendigkeit … sehr. Fühl dich frei zu tun, was immer du willst. Wie immer werden wir über den Dingen stehen.“ Mit Cruzbots sind Anhänger des damaligen republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Ted Cruz gemeint.

Milo Yiannopoulos gilt zurzeit als eine der umstrittensten Figuren im öffentlichen Leben Amerikas. (Bild: AP Photo)

Zwei Tage später schrieb der aus Großbritannien stammende Yiannopoulos auf der Seite von „Breitbart“ einen Text, in dem er Pence dazu auffordert, ihn bei einer Schwulenparty für Trump zu besuchen. Yiannopoulos gilt als der bekannteste Homosexuelle unter den amerikanischen Neurechten. Mit seinen polemischen und oft aggressiven Meinungen sorgte er in der Vergangenheit wiederholt für Skandale.

Über den Artikel schrieb Bannon: „Habe kein Problem damit“, im Original: „I‘m cool“.

Ein Sprecher von Vizepräsident Pence sowie ein Berater wollten sich auf Nachfrage von „Buzzfeed News“ nicht zu den nun bekannt gewordenen E-Mails äußern.

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