Echo 2017: Alle Fakten und neue Nominierte

Die umstrittene Band Frei.Wild ist ebenfalls nominiert. (Bild: AP)

Ganz anders sollte in diesem Jahr die Echoverleihung werden. Der größte deutsche Musikpreis richtet sich seit jeher nach Verkaufszahlen, was dem Preis in den letzten Jahren einen stark kommerziellen Beigeschmack und viele unzufriedene Musik-Fans einbrachte. Die Kritik: Der Echo ist zu durchschaubar und zu sehr auf Quantität anstatt Qualität ausgerichtet.

In diesem Jahr sollte es schließlich die große Neuauflage geben: Nicht nur für den Kritikerpreis, sondern auch für andere Kategorien durften beim Echo 2017 Experten mitbestimmen, wer den Preis mit nach Hause nimmt. So soll das Urteil einer Jury aus Echo-Gewinnern und Musik- und Medienleuten zu 50 Prozent zählen.

Bereits vor einigen Wochen kritisierten einige Musikexperten jedoch die Vorgehensweise der Echo-Macher und kündigten an, den Preis zu boykottieren. Sie wurden – trotz Mitspracherecht – gebeten, mehrere hundert Euro zu bezahlen, um die Veranstaltung besuchen zu dürfen. Außerdem erfolgten die Nominierungen auch in diesem Jahr auf Basis von Verkaufszahlen. Einige Musikjournalisten wollten nicht nach dem „geringeren Übel“ wählen müssen.


Umstrittene Nominierungen

Die Nominierten geben tatsächlich nicht viel Neues her: Zwar ist die sonstige Abräumerin Helene Fischer in diesem Jahr nicht nominiert, dafür aber – wie jedes Jahr kritisiert – umstrittene Bands wie Frei.Wild und die Böhsen Onkelz. Erstere sogar für den nationalen Rockpreis – obwohl die Band aus Südtirol stammt. Christina Stürmer, Österreicherin, muss sich dagegen auf internationaler Ebene mit Rihanna und Beyoncé messen.

Nun wurden ein paar weitere Nominierte für den Kritikerpreis veröffentlicht, die die Gemüter etwas beruhigen sollten. Unter ihnen ist die Band Drangsal, die für ihren Song „Allan Align“ und das dazugehörige Video mit Jenny Elvers-Elbertzhagen bekannt sind. Dazu kommen Electro-Lieblinge Moderat und Roosevelt und die Hip-Hop-Gruppe Antilopen Gang. Außerdem nominiert für den Kritikerpreis sind die Beginner für ihr Comeback.


TV-Übertragung erst einen Tag später

Eine weitere Neuerung: Die Veranstaltung, die in diesem Jahr von Xavier Naidoo und Sasha anstatt wie sonst von Barbara Schöneberger moderiert wird, soll bereits einen Tag vorher, am 6. April aufgezeichnet werden und am darauffolgenden Donnerstag auf dem Sender VOX ausgestrahlt werden. Vorher war der Echo immer in der ARD zu sehen – und zwar live. Im letzten Jahr zeigte Sänger Bosse nach seinem Auftritt den Stinkefinger, was scheinbar in diesem Jahr vermieden werden soll.

Auch einiges zum Programm der diesjährigen Echoverleihung ist bekannt geworden. So werden Linkin Park ihre neue Single „Heavy“ vorstellen. Auch der Soul-Sänger Rag’n’Bone Man und Gossip-Frontfrau Beth Ditto werden auf der Bühne stehen. Dazu wird es einige Künstler-Kollaborationen geben: Udo Lindenberg wird gemeinsam mit Wolfgang Niedecken, Johannes Oerding, Henning Wehland und Daniel Wirtz auftreten, Tim Bendzko mit Max Giesinger und Wincent Weiss, die Beginner holen sich Gentleman und Gzuz auf die Bühne, und Adel Tawil wird mit KC Rebell und Summer Cem auftreten.

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