Echte Pistole im Lego-Look: Antiwaffen-Verbände sind entsetzt

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Spielzeugpistolen von Lego sind normalerweise gut als solche zu erkennen. (Symbolbild: Getty)
Spielzeugpistolen von Lego sind normalerweise gut als solche zu erkennen. (Symbolbild: Getty)

In den USA wurde eine voll funktionsfähige Pistole auf den Markt gebracht, die nach einem aus Lego gebauten Spielzeug aussieht. Der dänische Konzern reagierte empört.

Die Firma Culper Precision sitzt im US-Bundesstaat Utah. Dort ist das Unternehmen auf den Umbau und das Customizing von Waffen spezialisiert. Ihr letztes Modell sorgt allerdings für Unverständnis und Empörung. Denn Culper Precision brachte eine umgebaute Glock auf den Markt, die verblüffend nach einem harmlosen Spielzeug aussieht.

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Als "Block 19" vermarktet die Firma das Modell, das mit seinen roten, blauen und gelben Noppen aussieht, wie aus Lego gebaut. Auch der Schriftzug ist an das Logo des berühmten dänischen Spielzeugherstellers angepasst. Zwischen 550 und 765 Dollar (etwa 465 bis 650 Euro) sollte die Waffe kosten. 

"Waffen machen Spaß"

Culper Precision bewarb das Produkt als einen "wahr gewordenen Kindheitstraum". "Waffen machen Spaß. Schießen macht Spaß. 30 Kugeln Vollautomatik machen Spaß", hieß es in der inzwischen von der Website entfernten Werbung. Anti-Waffen Organisationen zeigten sich entsetzt über die getarnte Pistole. Sie wandten sich an Lego, um den Konzern auf das Modell aufmerksam zu machen. Die Organisation "Mums Demand Action" (Mütter fordern Handeln), die sich um bessere Waffengesetze bemüht, erreichte Lego schließlich, wie die Gründerin Shannon Watts in einem Tweet schrieb.

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Tote durch Kinderhände

Die Verantwortlichen wandten sich in einem Schreiben direkt an Culper Precision, und forderten die US-Firma auf, den Verkauf sofort zu unterlassen. Lego ist dafür bekannt, hart für seine Markenrechte weltweit einzutreten und sie durchzusetzen. Doch das schnelle Einschreiten hat noch einen weiteren Grund, denn Waffengewalt ist in den USA nicht nur unter Erwachsenen ein echtes Problem. Allein im Jahr 2020 sind 142 Menschen durch versehentliche Schüsse von Kindern und Jugendlichen ums Leben gekommen, sagt die Organisation "Everytown". Erst in der vergangenen Woche war ein 12-Jähriger in Kalifornien durch Schüsse aus einer Waffe gestorben, die er zu einem Übernachtungsbesuch mitgebracht hatte. 

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Immer wieder werden auch Kinder von der Polizei erschossen, die einfach nur eine Spielzeugpistole hatten. Vor diesem Hintergrund erscheint das Modell von Culper Precision besonders perfide. Das Unternehmen aus Utah hat die Waffe nach der Forderung von Lego nun aus dem Programm genommen. Bisher seien nicht mal 20 Stück verkauft worden, sagte Firmenchef Brandon Scott der Washington Post. Doch ein Fehlverhalten sieht Scott offensichtlich nicht. In einem Instagram-Post schrieb er: "Die Menschen haben das Recht, ihren Besitz so zu aussehen zu lassen, wie auch immer sie wollen."

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