Ecuador wählt neuen Präsidenten: Bleibt es beim Linkskurs?

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Opposition ficht Wahlergebnis in Ecuador an

Lenin Moreno, der Kandidat der Regierungspartei PAIS. Foto: Dolores Ochoa

Nach zehn Jahren Regierung des linken Präsidenten Rafael Correa wählt Ecuador heute in einer Stichwahl einen neuen Staatschef. Es ist eine grundlegende Richtungsentscheidung.

Rund 12,8 Millionen Bürger haben die Wahl zwischen Correas früherem Vizepräsidenten Lenín Moreno von der Partei Alianza País (AP) und dem konservativen Oppositionsführer Guillermo Lasso von der Partei Creando Oportunidades («Chancen schaffen»).

Moreno lag in den letzten Umfragen knapp vorn. Er will Correas Kurs in dem südamerikanischen Andenland weitgehend fortsetzen und weiter stark in Sozialprogramme investieren. Zugleich will er wegen der Abhängigkeit von Öleinnahmen mehr ausländische Investoren anlocken und verspricht einen moderaten Steuerkurs.

Lasso verspricht Steuererleichterungen und eine Million neue Arbeitsplätze. Zudem will er das seit 2012 bestehende Asyl für den Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London beenden. Dann drohen Assange die Auslieferung an Schweden oder die USA und eine lange Haftstrafe. Lasso ist Eigentümer einer der größten Banken des Landes, der Banco Guayaquil - 2013 unterlag er bei der Wahl Correa.

Der scheidende Präsident hatte für ein deutliches Wachstum und eine Reduzierung der Armut gesorgt. Dank der staatlichen Öleinnahmen hatte er in den Bau von Straßen, Kraftwerken und Krankenhäusern investiert. Zudem wurde das Bildungssystem in Correas Amtszeit verbessert. Aber im Zuge des niedrigeren Ölpreises kam diese Politik an ihre Grenzen und viele Bürger blicken sorgevoll auf die Krise Venezuelas unter der dortigen Linksregierung. Zudem drohen durch die Ölförderung schwere Schäden im Amazonasgebiet.

Letzte Umfragen

Kandidat Guillermo Lasso zu Zukunft von Assange

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