Ehefrau beim Sturm aufs Kapitol erwischt: Polizist reicht Scheidung ein

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Er bat sie inständig, nicht zu den Trump-Protesten in Washington im Januar zu fahren, sie tat es dennoch. Nun reichte der Mann die Scheidung ein.

Jennifer Heinl und Kenneth Grayson (Bild: FBI)
Jennifer Heinl und Kenneth Grayson (Bild: FBI)

Der Polizist Michael Heinl traute seinen Augen kaum. Auf den Bildern der gewalttätigen Ausschreitungen am 6. Januar in Washington DC war seine Frau Jennifer mit einem anderen Mann im Kapitol zu sehen. Dabei hatte das Ehepaar aus Pennsylvania vor der Trump-Demonstration noch darüber diskutiert. Heinl, der selbst als Polizist für das Shaler Township Police Department arbeitet, hielt eine Teilnahme an der Demo für unverantwortlich. Obwohl da noch niemand ahnen konnte, wie sich die Gewalt entladen würde und schließlich im Sturm auf das Kapitol zu einer nationalen Krisensituation ausweiten würde, bat er seine Frau, nicht zu fahren.

Doch Jennifer hatte bereits seit November mit einem anderen Mann Kontakt, mit dem sie mehrfach über die angeblich gestohlenen Wahlen und die Unterstützung für Trump Nachrichten austauschte. Obwohl sie ihrem Ehemann versprach, nicht zu den Protesten in die Hauptstadt zu fahren, bewiesen Videos, dass sie es doch tat. Auf den Aufnahmen, die das FBI als Beweismittel verwendet, ist die 55-Jährige eindeutig in Begleitung von Kenneth Grayson zu sehen. Die beiden unterhalten sich im Inneren des Kapitols in der "Rotunda". 

"Er hat sie nicht gebeten, dorthin zu gehen"

Grayson wurde bereits am 26. Januar in Pennsylvania verhaftet und wegen seiner Beteiligung an dem Putsch-Versuch angeklagt. Grayson und Jennifer Heinl hatten sich im November und Januar über Facebook geschrieben und anscheinend für die Proteste in Washington verabredet. Dabei ging es auch um Details wie Automiete und Hotelzimmer. Jennifer Heinl erklärte dazu, dass sie nicht im selben Hotel übernachtet hätten.

Ehemann Michael hatte von all dem nichts gewusst. Das bestätigt auch sein Chef bei der Polizei, Sean Frank der Pittsburgh Post-Gazette. Heinl habe seine Vorgesetzten informiert, als er von der Demo-Teilnahme seiner Frau erfuhr. "Seine Ehefrau war Teil dieser Situation", sagte der Polizeichef. "Er hat das nicht gut geheißen, er hat sie nicht gebeten, dorthin zugehen. Er war nicht da. Er war hier und hat gearbeitet", stellte Frank klar.

Heinl zog die Konsequenzen und reichte im Februar die Papiere zur Scheidung im zuständigen Allegheny County Court of Common Pleas ein. Doch neben der Trennung warten auch noch rechtliche Konsequenzen auf seine Ex-Frau. Laut der Pittsburgh Post-Gazette muss sie sich vor Gericht wegen Landfriedensbruch, Fehlverhalten auf dem Kapitol-Gelände und dem verbotenen Demonstrieren im Gebäude verantworten. Sie hatte zwar zugegeben, in Washington gewesen zu sein und Grayson getroffen zu haben, aber stets behauptet, sie sei nie in das Gebäude eingedrungen. Die Video-Aufnahmen belegten nun das Gegenteil.

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