Ehemaliger griechischer Präsident Papoulias mit 92 Jahren gestorben

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Papoulias bei einem Berlin-Besuch im Januar 2013 (AFP/JOHANNES EISELE)

Der frühere griechische Präsident Karolos Papoulias ist am Sonntag im Alter von 92 Jahren gestorben. "Mit Trauer richten wir unseren letzten Gruß an Karolos Papoulias", erklärte Präsidentin Katerina Sakellaropoulou. Er habe sich immer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die nationale Einheit eingesetzt. Papoulias stand während der internationalen Finanzkrise 2008/2009 und auf dem Höhepunkt der griechischen Schuldenkrise an Griechenlands Staatsspitze.

Der Mitbegründer der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) wurde 2005 und erneut 2010 - und damit zu Beginn der Schuldenkrise, die sein Land in schwerste politische und wirtschaftliche Turbulenzen stürzte - zum Präsidenten gewählt. Dass er die von den internationalen Kreditgebern als Gegenleistung für ein Rettungspaket diktierten Sparmaßnahmen unterstützte, versetzte seiner Popularität einen harten Schlag. Bei einer Parade im Oktober 2012 wurde er von Demonstranten als "Verräter" beschimpft.

Die Vorwürfe verletzten den damals 83-Jährigen schwer. Erbittert erinnerte er vor den Medien daran, dass er schon mit 15 Jahren gegen die Nazis gekämpft hatte. Als einer der ersten Politiker hatte er da schon Monate zuvor aus Solidarität mit der Bevölkerung, die schwere Einbußen hinnehmen mussten, auf sein Gehalt verzichtet.

Karolos Papoulias wurde am 4. Juni 1929 in der nordwestgriechischen Stadt Ioannina geboren und war bereits als Jugendlicher von 1942 bis 1944 im Widerstand gegen die Nazis aktiv. Er studierte Jura in Athen, Italien und Deutschland; während der Diktatur von 1967 bis 1974 fand er in Deutschland auch Asyl. Er war von 1977 bis 2000 Mitglied des Parlaments und diente von 1985 bis 1989 und von 1993 bis 1996 als Außenminister in Pasok-Regierungen.

ans/lan

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