Eine Bibel für Frauen: Theologinnen haben die Heilige Schrift neu interpretiert

Die Rolle von Maria Magdalena wird im Buch neu interpretiert. (Bild: Getty Images)
Die Rolle von Maria Magdalena wird im Buch neu interpretiert. (Bild: Getty Images)

Zwanzig Theologinnen haben die Bibel unter die feministische Lupe genommen. Herausgekommen ist ein Buch, dass ein Werkzeug zur Emanzipation für Frauen sein soll.

Eine Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen hat Texte der Heiligen Schrift neu interpretiert – und zwar aus feministischer Sicht. Das Buch, das in Frankreich unter dem Titel “Une bible des femmes” (“Eine Bibel von Frauen”) veröffentlicht wurde, ist das Werk von 20 katholischen und protestantischen Theologinnen aus Québec, Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Afrika. Darin haben sie Passagen herausgegriffen, die von Frauen handeln und sie in ein neues, modernes Licht gerückt.

Positive Message des Evangeliums

Die beiden treibenden Kräfte dahinter sind Lauriane Savoy und Élisabeth Parmentier, beide Professorinnen an der Theologischen Fakultät der Universität Genf. Gegenüber Yahoo sagte Parmentier, dass das Buch biblische Texte nicht umschreibt, sondern vorhandene Kommentare neu interpretiert – vor allem diejenigen, die früher dazu benutzt wurden, Frauen zum Schweigen zu bringen. “Das Problem ist, dass im Laufe der Jahrhunderte Bibeltexte dazu verwendet wurden, Frauen zu unterwerfen. Das ist aber nicht das Ziel der biblischen Überlieferung”, so Parmentier. “Jesus Christus hat Frauen nicht zum Schweigen gebracht. Er sprach mit Frauen und nahm sie ernst. Dies sollte der Schlüssel zur Interpretation sein: Was ist die ‘positive Message’ des Evangeliums?”

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“Dieses Zitat sagt alles: Wir kämpfen gegen das wortwörtliche Lesen der Texte.”

Maria Magdalena in neuem Licht

Ein Beispiel: Laut dem TV-Sender “France24” wurde unter anderem die Geschichte von Maria Magdalena überarbeitet. “Während die männlichen Jünger Angst hatten, stand sie zu Jesus, auch als er am Kreuz starb. Sie war die erste, die zu seinem Grab ging und seine Auferstehung entdeckte”, sagte Lauriane Savoy gegenüber “France 24”. “Sie ist eine elementare Figur, aber sie wird als Prostituierte dargestellt.”

Savoy und Parmentier sagen, das Buch sei ein “Werkzeug für die Emanzipation von Frauen”. Die beiden Theologinnen wollen Frauen und Männer dazu anhalten, so zu leben, wie sie sind. Die biblischen Texte seien dabei kein Hindernis, wenn man sie auf eine neue Art und Weise liest und interpretiert.