"Einfach zu viele": St. Georgen baut Migrantenzelte ab

Der kleine Ort St. Georgen in Österreich hat 17 Zelte, in denen 136 Asylbewerber untergebracht waren, abbauen lassen. Bürgermeister Ferdinand Aigner erklärt, St. Georgen sei am Limit angekommen, könne einfach nicht mehr. Die Zelte waren vom österreichischen Innenministerium aufgestellt worden.

Aigner sagt: "Die Sorge ist diese jungen Männer. Die sind natürlich im Ort unterwegs, aber auch nicht alleine, sondern in größeren Gruppen und da hat die Bevölkerung Angst. Und auch berechtigt Angst. Mütter, Frauen und Kinder sprechen mich täglich an, weil sie Angst haben, Verkäuferinnen. Und in den Zelten sind, wie es der Bundesinnenminister angekündigt hat, nur junge Männer, und das geht nicht, das ist zuviel."

St. Georgen hat bereits Flüchtlinge aufgenommen, so zum Beispiel ein ganzes Waisenhaus aus der Ukraine mit 70 Kindern. Bürgermeister Aigner hat versucht, in Wien ein offenes Ohr für die Probleme seiner kleinen Gemeinde zu finden, doch:

"Naja, der Bundesminister, ich hab schon drei Mal gebeten um ein Gespräch, er verweigert das, das ist seine Sache. Aber es ist ganz klar, da einfach Zelte aufzustellen, ist die dümmste Lösung, in Gemeinden, wo ohnehin schon genug geleistet wird. Das lasse ich einfach so nicht gehen."

Die 136 jungen Männer aus den Zelten wurden in Gemeinden in der Nähe in Unterkünfte verlegt. Die zuständige Bundesbetreuungsagentur hat angekündigt, gegen Sankt Georgen Beschwerde beim Landesverwaltungsgerichtshof einzulegen.