Einheitsregierungschef al-Sarradsch nimmt an Libyen-Konferenz in Berlin teil

Fajes al-Sarradsch

Der Chef der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis, Fajes al-Sarradsch, hat seine Teilnahme für die am Sonntag in Berlin stattfindende Libyen-Konferenz bestätigt. "Wir werden in Berlin anwesend sein", sagte al-Sarradsch laut seinem Pressedienst bei einem Treffen mit Mitgliedern seiner Regierung sowie Militärangehörigen am Donnerstag. Ob sein Rivale, der abtrünnige General Chalifa Haftar, die Einladung in die deutsche Hauptstadt annimmt, war zunächst weiter unklar.

Ziel der internationalen Konferenz ist es, einen Friedensprozess in dem nordafrikanischen Krisenstaat in Gang zu setzen. Derzeit gilt in Libyen eine von Russland und der Türkei vermittelte Feuerpause. Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe waren zuvor in Moskau gescheitert. Die Bundesregierung dämpfte die Erwartungen an die Konferenz und nannte das Zusammentreffen in Berlin einen "Auftakt für Friedensgespräche".

Zu der unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stattfindenden Konferenz wurden hochrangige Vertreter unter anderem aus den USA, Russland, der Türkei, Frankreich, China, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeladen. Russlands Präsident Wladimir Putin, der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson sagten ihre Teilnahme inzwischen zu.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Im April vergangenen Jahres startete General Haftar eine Offensive auf Tripolis und die dortige Regierung, die er seit Jahren bekämpft.