Einkaufen in der Coronakrise: So verhalten Sie sich im Supermarkt richtig

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Lebensmittelgeschäfte haben in der Coronakrise geöffnet. Viele Menschen haben Bedenken, dass sie sich hier mit dem Virus infizieren könnten. Wir verraten, wie Sie sich in den Gängen der Supermärkte und Discounter richtig verhalten.

Wie verhält man sich im Supermarkt in Zeiten von Corona? (Bild: Getty Images)

Auch das öffentliche Leben in Deutschland steht infolge der Coronakrise nahezu still. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, ebenso Kinos, Theater, Restaurants und Bars. Auch Veranstaltungen wie Konzerte finden erst wieder nach Aufhebung der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen statt. Einzig Apotheken und Lebensmittelgeschäfte dürfen ihren Betrieb aufrechterhalten. Hier können wir uns mit dem Allernotwendigsten eindecken. Hier ist aber auch die Gefahr einer Infektion am größten – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der jeweiligen Betreiber. Wie sollte man sich vor diesem Hintergrund also in den Gängen von Aldi, Lidl, Rewe und Co. am besten Verhalten?

Allgemeine Regeln beachten

Zunächst einmal sollten Kunden auch in den Supermärkten die allgemeinen Regeln befolgen. Zum Beispiel gilt es, Abstand von mindestens 1,5 Metern zu den Mitmenschen zu halten. Die Betreiber tragen mit diversen Maßnahmen dazu bei, dass ihre Kunden diese Regel auch beachten. Sie reichen von Ankündigungen via Lautsprecherdurchsagen bis hin zu Fußbodenmarkierungen und sonstigen Hinweisen. Auch wichtig: Niesen sollte man auch und besonders in den Gängen der Geschäfte nicht in die Hände und erst Recht nicht ungeschützt, sondern in die Armbeuge. Und: Nach jedem Einkauf sollte man gründlich die Hände mit Seife waschen oder desinfizieren.

Eine Infektion durch Lebensmittel wurde bisher nicht nachgewiesen. (Bild: Getty Images)

Was darf ist anfassen, was nicht?

Die letzte Regel ist auch maßgebend bei der Frage, was man im Supermarkt anfassen darf und was nicht. Es sind überhaupt müßige Fragen: Sollte man an der Kasse bar oder kontaktlos zahlen. Überlebt das Coronavirus länger auf Plastik oder auf einem Geldschein? Wie ansteckend sind Münzen? Und sollte man für den Einkauf eher einen Einkaufswagen oder Tragekorb nehmen, oder doch lieber eine eigene Einkaufstasche mitbringen. Auf diese und ähnliche Fragen gibt es nach Ansicht von Virologe Alexander Kekulé nur eine Antwort: Es kommt weniger darauf an, was man im Supermarkt anfasst, sondern darauf, dass die Hände danach virusfrei sind. Und bis dahin gilt: nicht ins Gesicht fassen.

Wie gefährlich sind unverpacktes Obst und Gemüse?

Eine Ansteckung durch Oberflächenkontakt wurde bisher nicht nachgewiesen. Das gilt auch für unverpacktes Obst und Gemüse in den Supermarktregalen. Erste Studien haben ergeben, dass sich auf diesen Lebensmitteln nicht genug Viren finden, als dass sie infektiös wären. Das bestätigt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung: "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen […] etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben."

Für Hamsterkäufe gibt es keinen Anlass. (Bild: Getty Images)

Auch ein Tabu: Hamsterkäufe

Viele Menschen glauben, für den Fall einer Verschlimmerung der Corona-Pandemie sich vorsorglich mit genug Lebensmitteln und – seltsamerweise: mit Toilettenpapier ausstatten zu müssen. Es gilt aber nach wie vor: Hamsterkäufe sind überflüssig, da es nicht zu Versorgungsengpässen kommen wird. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist gesichert", sagt der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher. Und kommt es doch einmal zu leeren Regalen, dann dürften erstens eher die Hamsterkäufer Schuld daran sein und werden die Fächer zweitens schnell wieder aufgefüllt.

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