Einwanderungspolitik: Melania Trump widerspricht harter Linie ihres Mannes

Melania Trump bezieht selten Stellung zur Einwanderungspolitik (Bild: AP Photo/Susan Walsh)

Nur selten äußert sich die First Lady der USA zu politischen Brennpunkten. In einem Statement erklärte sie aber nun ihren Unmut über die aktuell forcierte Trennung illegaler Einwanderer von ihren Kindern.

Donald Trump dürfte mit dem versöhnlichen Tonfall seiner Frau zum Thema Einwanderungspolitik wohl wenig anfangen können. „Mrs. Trump hasst es, zu sehen, wie Kinder von ihren Familien getrennt werden und hofft, dass beide politische Lager endlich zusammenkommen, um zu einer erfolgreichen Reform der Einwanderungspolitik zu gelangen“, erklärte eine Sprecherin der First Lady gegenüber dem Nachrichtensender „CNN“. „Sie glaubt, dass wir ein Land sein müssen, das allen Gesetzen folgt, aber auch ein Land, das mit Herz regiert wird.“

Melania Trump, die sich mit der „Be Best“-Kampagne für Kinder einsetzt, hatte sich zuvor noch nicht zu dem umstrittenen Thema geäußert. Ihr Statement kann als Kritik an der Null-Toleranz-Politik ihres Mannes gesehen werden: Seit dem Frühjahr setzt die Regierung die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze zwischen Mexiko und den USA hart durch.

Familien, die illegal die Grenze zwischen Mexiko und den USA überqueren, werden getrennt. (Bild: AP Photo/Hans-Maximo Musielik)

Da die illegale Einreise gemäß des strikten Kurses der Trump-Regierung automatisch unter Anklage gestellt wird, werden Einwanderern, die gefasst werden, ihre Kinder entzogen. Während die Erwachsenen inhaftiert werden, kommen ihre Sprösslinge vorerst in spezielle Einrichtungen oder Pflegefamilien.

Wie das Ministerium für innere Sicherheit mitteilte, wurden allein zwischen dem 19. April und dem 31. Mai 1.995 Kinder auf diese Weise von ihren Eltern getrennt. Es gibt keine festgelegte Prozedur zur Wiedervereinigung der Familien. Lediglich über Hotlines können die Eltern versuchen, ihre Kinder zu finden und Kontakt aufzunehmen.


„Die Demokraten können ihre erzwungene Familientrennung an der Grenze beheben, indem sie ausnahmsweise mal mit den Republikanern an einer neuen Gesetzgebung arbeiten. Deswegen müssen im November mehr Republikaner gewählt werden. Demokraten sind nur für drei Dinge gut: hohe Steuern, hohe Kriminalitätsrate und Behinderungen. Traurig!“

Die Trennungspolitik sorgt sei Wochen für hitzige Debatten. Neben Aktivisten und Demokraten kritisieren auch einige Republikaner das Vorgehen, darunter die frühere First Lady Laura Bush, die Trumps Handeln in einem Gastbeitrag in der Zeitung „Washington Post“ als „brutal“ und „unmoralisch“ bezeichnete. Das Weiße Haus hingegen gibt den Demokraten im Kongress die Schuld: Diese würden sich nicht an den Verhandlungen beteiligen und somit eine Beendigung der umstrittenen Praxis verhindern.