Einwohnerzahl Deutschlands 2011 leicht gestiegen

Statistiker erwarten erstmals seit acht Jahren ein Plus

Die Einwohnerzahl Deutschlands ist 2011 wohl erstmals seit acht Jahren wieder leicht gestiegen. Zum Ende des vergangenen Jahres lebten wahrscheinlich 81,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden unter Verweis auf eine eigene Schätzung mitteilte. Das entspreche einem Plus von mehr als 50.000 Menschen gegenüber 2010. Grund für den Anstieg seien Wanderungsgewinne durch Zuzüge aus dem Ausland. Diese glichen das Geburtendefizit mehr als aus.

Den vorläufigen Schätzungen der Statistiker zufolge starben in Deutschland im vergangenen Jahr wahrscheinlich 170.000 bis 185.000 Menschen mehr als geboren wurden. Dieses sogenannte Geburtendefizit hatte demnach in etwa die selbe Größenordnung wie 2010 mit damals 181.000 Menschen. Demgegenüber stand voraussichtlich aber eine positive Wanderungsbilanz, da mindestens 240.000 Menschen mehr aus dem Ausland nach Deutschland zogen als die Bundesrepublik in andere Länder verließen.

Einen vergleichbaren Wanderungsgewinn gab es laut Statistischem Bundesamt zuletzt 2001. 2010 lag die Differenz zwischen Zu- und Wegzügen bei 128.000. Großen Anteil am Anstieg der Zuwanderung im vergangenen Jahr hatte den Angaben zufolge der Zuzug aus den 2004 der EU beigetretenen Staaten, vor allem aus Polen.

Seit Mai 2011 gilt auch für deren Bürger die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit, die für andere EU-Einwohner längst üblich ist. Dem Bundesamt zufolge führte das dazu, dass seitdem mehr als 28.000 Menschen aus diesen Staaten pro Monat mehr nach Deutschland zogen als vor diesem Datum.

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