Einzelhandel wehrt sich gegen Geschäftsschließungen ab Inzidenzwert von 100

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Schild vor einem Laden in Berlin-Kreuzberg

Der deutsche Einzelhandel wehrt sich gegen Geschäftsschließungen ab einem Inzidenzwert von 100. Diese Maßnahme "wird der Lage nicht gerecht", erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag. Es sei belegt, dass der Einkauf mit Hygienekonzept kaum Infektionsrisiken berge. "Die Politik greift an den falschen Stellen ein. Jetzt muss gezielt gegen die dritte Welle der Pandemie vorgegangen werden", forderte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

 Die aktuelle HDE-Umfrage unter 1000 Unternehmen zeige, wie groß die Not im Einzelhandel mittlerweile sei. Demnach verloren die Innenstadthändler im Vergleich zu Vorkrisenzeiten in der vergangenen Woche 60 Prozent ihrer Umsätze. Dabei konnte auch die Öffnung für negativ getestete Kunden nicht weiterhelfen, hier gingen die Umsätze demnach um 62 Prozent zurück. Dort, wo die Kunden mit Terminvereinbarung einkaufen durften, verzeichneten die Händler ein Minus von fast 50 Prozent, wie der HDE weiter mitteilte.

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 Hauptgeschäftsführer Genth forderte erneut Verbesserungen bei den staatlichen Hilfen. Der Verband setzt sich für die Abschaffung der Obergrenzen auf Bundes- und EU-Ebene sowie für die Auszahlung eines Unternehmerlohns für inhabergeführte Geschäfte ein. Laut der HDE-Umfrage haben zwar bereits drei Viertel der von den Corona-Maßnahmen betroffenen Händler staatliche Hilfe bekommen, allerdings warten auch noch fast zwei Drittel auf ausstehende Zahlungen.

 ilo/jm

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