Einzige Tochter des spanischen Diktators Franco mit 91 Jahren gestorben

Die einzige Tochter des spanischen Diktators Franco

Die einzige Tochter des spanischen Diktators Francisco Franco ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Carmen Franco Polo sei in ihrem Haus in Madrid gestorben, erklärte ihre Biographin Nieves Herrero am Freitag in der Zeitung "El Mundo. "Gott hat Man zu sich genommen", teilte ihr Enkel Louis Alphonse de Bourbon im Online-Netzwerk Instagram mit. Er nannte dabei den Spitznamen seiner Großmutter und veröffentlichte ein Foto von ihr.

Carmen Franco hatte in diesem Jahr mitgeteilt, sie leide an Krebs im Endstadium. Bis zu ihrem Tode verteidigte sie ihren Vater. Sie war Ehrenpräsidentin der Stiftung Francisco Franco, die zur Verherrlichung Francos gegründet worden war. Noch im vergangenen Jahr grüßten Anhänger des Diktators dessen Tochter mit dem faschistischen Gruß, wenn sie nach einem Gottesdienst zum Gedenken an Franco in Madrid die Kirche verließ.

Carmen Franco wuchs in Kasernen und Palästen auf und wurde von französischen Gouvernanten erzogen. Eine öffentliche Schule besuchte sie nie. 1950 heiratete sie den Marquis von Villaverde, Cristobal Martinez Bordiu, mit dem sie sieben Kinder bekam. Der Familie wird immer wieder vorgeworfen, von dem undurchsichtigen Vermögen des Diktators zu profitieren - darunter zahlreiche Immobilien, deren Wert sich nach Schätzungen auf hunderte Millionen beläuft.

Franco war nach einem von ihm ausgelösten und mit Hilfe der faschistischen Achsenmächte Deutschland und Italien gewonnenen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) an die Macht gelangt. Schätzungen zufolge starben in dem Konflikt zwischen Unterstützern der republikanischen Regierung und den Nationalisten und Faschisten um Franco rund 500.000 Menschen. Nach seinem Sieg regierte Franco in Spanien jahrzehntelang mit eiserner Hand, zahlreiche Oppositionelle wurden verhaftet. Franco starb 1975 nach 36 Jahren an der Macht.

Die nach Franco benannte Stiftung ist aktiv darum bemüht, das "Werk" des Diktators zu verteidigen. Auf ihren Druck hin musste das Madrider Bürgermeisteramt im Oktober die von ihm beschlossenen Maßnahmen aussetzen, an die Franco-Diktatur erinnernde Straßennamen zu entfernen.

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