Eiskunstlauf: Holocaust-Anzug war als Kostüm des Jahres nominiert

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Die internationale Eislaufunion, ISU, hat Anton Shulepovs umstrittenen Anzug aus dem November für das Kostüm des Jahres nominiert. Shulepov trug ein Kostüm, das Elemente aus dem Nazi-Konzentrationslager Auschwitz vereinigte.

Shulepov trat im November in einem umstrittenen Kostüm auf. (Bild: Reuters)

Der 23-Jährige war dafür bereits im November in die Kritik geraten. Shulepov trat im November beim Internationaux de France Event zur Titelmusik des Films “Schindlers Liste” auf und trug dabei ein Kostüm, das Elemente aus Offiziers- und Gefangenenkleidung aus Auschwitz kombinierte.

Der russische Eiskunstläufer Anton Shulepov hat ein Kostum getragen, das zur Hälfte der einer Nazi-Wache und zur Hälfte der eines jüdischen Holocaust-Insassen nachempfunden war. Ich nominiere dieses Foto als Maskottchen der “Beide-Seiten”-Brigade.

Dass die ISU das Kostüm nun auch noch für einen Preis nominierte, sorgte für einen Aufschrei in der Szene. Die Union hat sich inzwischen entschuldigt und die Nominierung als Fehler tituliert.

Die ISU bedauert den Fehler, dass das falsche Kostüm (Free Skating statt des Kostüms im Kurzprogramm) von Mr. Shulepov zur Wahl gestellt wurde. Der Fehler wurde behoben und die ISU entschuldigt sich für diesen Fehltritt und die schlechte Stimmung, die dieser ausgelöst hat.

“Wir verstehen das Bedürfnis der Eisläufer, kreativ in der Wahl ihrer Kostüme zu sein, aber die Entscheidung Shulepovs, schmerzvolle Holocaust-Erinnerungen als Teil seiner Routine zu implementieren, war unsensibel und beleidigend”, erklärte Jonathan A Greenblatt als Geschäftsführer der amerikanischen Anti-Diffamierungs-Liga.

In Auschwitz starben während der Nazi-Zeit über eine Million Menschen. Der Film “Schindlers Liste”, zu dessen Titelmusik Shulepov auftrat, handelt davon, wie Oskar Schindler im zweiten Weltkrieg etwa 1.200 Juden durch eine Anstellung vor der Deportation bewahrte.