Elf Menschen wegen Bombenanschlags auf U-Bahn in St. Petersburg verurteilt

Militärgericht verhängt langjährige Gefängnisstrafen

Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg mit 15 Toten sind elf Menschen zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Wie das Militärgericht der zweitgrößten Stadt Russlands am Dienstag mitteilte, wurde "einer der Organisatoren" des von Ermittlern als islamistisch motiviert eingestuften Anschlags, Abror Asimow, zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Zehn weitere mutmaßliche Komplizen bekamen Gefängnisstrafen von 19 bis 28 Jahren.

Nach Angaben des Gerichts handelte es sich bei den Verurteilten um die mutmaßlichen Komplizen des Hauptverdächtigen. Sie sollen demnach Waffen, Brandsätze sowie falsche Papiere besorgt haben. Keiner der Angeklagten, unter ihnen auch eine Frau, bekannte sich für schuldig. Die russischen Behörden hatten den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow, der bei dem Anschlag getötet wurde, als Attentäter ausgemacht.

Beobachter kritisierten, die Verbindung der Angeklagten zu dem Anschlag sei nicht bewiesen. Einige der Angeklagten gaben zudem an, vom russischen Geheimdienst FSB in den Fokus genommen worden zu sein.

Am 3. April 2017 war eine Bombe in einem U-Bahn-Waggon explodiert, als dieser sich zwischen zwei Stationen in der Innenstadt von St. Petersburg befand. Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zur radikalislamischen Terrororganisation Al-Kaida. Das Attentat sollte als Warnung an Länder verstanden werden, die Krieg gegen Muslime führten. Damit war der Militäreinsatz Russlands im Syrien-Konflikt gemeint.

Der mutmaßliche Attentäter Dschalilow hatte die russische Staatsbürgerschaft, kam aber ursprünglich aus Kirgistan. Der Anschlag reihte sich in eine Serie von Attentaten und Anschlagsversuchen ein, die St.Petersburg in den vergangenen Jahren heimsuchte.