Eltern parken vor Schultor: Marienschule-Pflegschaft wendet sich an Bezirksvertretung

Die Autos seien ein erhebliches Unfall-Risiko.

Kurz vor Schulbeginn herrscht an der Altonaer Straße Betrieb: Aus allen Himmelsrichtungen strömen Mädchen und Jungen zur Marienschule und der benachbarten Gemeinschafts-Grundschule Gartenstadt.

Auch viele Eltern bringen ihre Sprösslinge im Privat-Pkw dorthin – die meisten lassen sie auf dem Parkplatz vor der Kirche oder ums Eck an der Bielefelder Straße heraus. Doch einige steuern direkt in die Sackgasse vor dem Eingang – mitten in den Schüler-Strom hinein.

Pflegschaft hat offenen Brief an Bezirksvertretung geschrieben

Die Meinung der drei Eltern, die sich vor dem Eingang unterhalten, ist eindeutig. „Am besten sind diejenigen, die genau vors Schultor fahren“, meint eine Mutter ironisch, „das erleben wir regelmäßig.“ Man würde es deshalb begrüßen, wenn die Sackgasse abgepollert würde: „Poller rein und fertig.“

Die Pflegschaft der Marienschule ist den Ärger mit „Eltern-Taxis“ nun leid: Nach vielen kritischen Situationen in der Vergangenheit wandte sie sich in einem Offenen Brief an die Fraktionen der Bezirksvertretung Nippes.

„Wir Eltern haben berechtigte Angst um unsere Kinder“, schrieben sie. Immer wieder fahre ein „kleiner, aber belehrungsresistenter Teil“ der Eltern durch die mehr oder weniger dichte Menschenansammlung vors Schultor, auch Wenden und Herausfahren sei gefährlich. Manchmal sei es nur der Aufmerksamkeit der Umstehenden zu verdanken, dass kein Kind zu Schaden komme.

Die Stadtverwaltung will helfen

Mit ihrer Bitte um Abhilfe hatte die Pflegschaft Erfolg: Einstimmig forderten die Politiker von der Verwaltung Lösungen, um das Einfahren in die Sackgasse vor der Schule zu unterbinden – auch baulicher Art

„Morgens um acht herrscht dort die Hölle“, bestätigte SPD-Fraktionschef Horst Baumann. Die Schule versuche ihr Bestes, um auf die Eltern einzuwirken – bei manchen aber ohne Erfolg. „Ich kann die Polizei nur auffordern, Mut zu zeigen und Verwarngeld zu kassieren“, so CDU-Mitglied Martin Erkelenz. „Es wäre eine Art Verkehrserziehung, die vielleicht auch mal wieder den Eltern zuteil werden sollte.“

Kai Lachmann vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik sicherte Hilfe zu. „Wir haben schon versucht, auf die Eltern einzuwirken. Sie gefährden schließlich ihre eigenen Kinder. Eigentlich müssten wir die Straße sperren – wir haben allerdings auch das Hospiz dort“, gab er vor der Entscheidung zu bedenken.

Das Problem existiert in ganz Köln

Das Elterntaxi-Problem besteht nicht nur in Longerich, sondern in der ganzen Stadt: Heribert Büth vom Ordnungsamt kennt das Thema genau, er hört viele entsprechende Beschwerden. „Das Phänomen der Helikopter-Eltern ist in Köln leider weit verbreitet“, sagt er. „Einige meinen, ihre Kinder am besten noch ins Klassenzimmer fahren zu müssen. Doch deren Verhalten ist unverantwortlich und rücksichtslos, vor allem Kindern gegenüber.“

Man organisiere zum Schuljahresbeginn verstärkt Kontrollen und Aktionen vor Schulen und versuche, die Eltern zu sensibilisieren. Die Ordnungskräfte bekommen immer zu hören, man halte „ja nur mal eben“ – aber das sei ja gerade das Problem.

Studie bestätigt großes Risiko

Auch eine Studie der Universität Wuppertal im Auftrag des ADAC an 750 Grundschulen in NRW lieferte klare Ergebnisse: Falsches Halten und riskante Wendemanöver gefährdeten andere Schüler massiv; zudem verlernten Kinder durch ständiges Kutschiert-Werden, sich selbst im Verkehr zu behaupten.

Letztlich sei das Risiko, auf dem Schulweg als Beifahrer zu verunglücken, sogar größer, als wenn die Kinder zu Fuß gingen. „Je weniger Elterntaxis vor Schulen Halt machen, desto weniger werden Kinder gefährdet“, lautete das Fazit.

Eine Lösung gibt es seit einigen Jahren an der Garthestraße in Riehl: Dort stehen von morgens bis nachmittags im Abschnitt vor dem Grundschulhaus Poller, um Helikopter-Eltern auszubremsen – und auch den Weg zum Spielplatz gegenüber zu sichern. „Die Sperrung hat viel gebracht, man kann sie nur empfehlen“, bestätigte FDP-Mandatsträger Biber Happe....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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