Die Eltern von Soziopathen und Narzissten haben alle eine Gemeinsamkeit

Lisa Schönhaar
Stromberg 2

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, klar. Aber was genau ist das? Und was passiert, wenn sie es mit dem Besten übertreiben?

Auf der Suche nach den Ursachen von Persönlichkeitsstörungen wie Soziopathie und Narzissmus beleuchteten Wissenschaftler einen entscheidenden Faktor für die persönliche Entwicklung: die Eltern. 

Denn immer mehr Kinder in westlichen Ländern sind krankhaft selbstverliebt. Sie glauben, sie seien anderen überlegen und erwarten eine Sonderbehandlung, schreiben die Forscher um Eddie Brummelman von der Universität Amsterdam.

In einer Studie untersuchten sie die Ursache von Narzissmus und fanden sie bei den Eltern. Stellen diese ihre Kinder auf ein Podest und halten sie für etwas Besseres, fördern sie die Entwicklung dieser Persönlichkeitsstörung. Das berichtet das internationale Forscherteam im Magazin „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften.

Die Untersuchung ist die erste ihrer Art, die Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren begleitet hat. Diese Altersspanne gilt als risikoreich, was die Ausprägung von Persönlichkeitsstörungen betrifft. 

Zu viel Aufmerksamkeit kann den positiven Effekt ins Gegenteil verkehren

Die Erziehungswissenschaftler und Psychologen befragten 565 Kinder und deren Eltern aus den Niederlanden — insgesamt vier Mal innerhalb von zwei Jahren. Jene Kinder, deren Eltern angaben, ihr Nachwuchs sei „besser als andere Kinder“ oder „verdiene im Leben etwas Außergewöhnliches“, hatten später narzisstische Charakterzüge. Sie konnten schlecht mit Kritik umgehen und hatten Schwierigkeiten damit, sich in andere Menschen hineinzufühlen. 

Brad Bushman, einer der Autoren der Studie, schreibt: „Kinder glauben ihren Eltern, wenn sie ihnen sagen, dass sie im Gegensatz zu anderen etwas Besonderes sind. Weder für sie selbst noch für die Gesellschaft ist das gut.“

Emotionale Wärme trägt dazu bei, dass Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gute Bindungsfähigkeit entwickeln. Zu viel Aufmerksamkeit, zu viel Lobpreisung und Verherrlichung hingegen bewirkt eher das Gegenteil. 

„Ich dachte immer, dass ich meine Kinder behandeln solle, als ob sie absolut besonders seien“, schreibt Bushman. „Jetzt passe ich auf, dass ich genau das nicht tue.“

Verherrlichung im Kindesalter begünstigt die Entwicklung narzisstischer oder soziopathischer Persönlichkeitszüge

Die Wissenschaftler starteten ein weiteres Experiment. Sie fragten Eltern, die ihre Kinder für etwas Besseres hielten, ob ihre Sprösslinge die Geschichte von „Queen Alberta“ und „The Tale of Benson Bunny“ kennen würden. Obwohl beide Bücher von den Forschern frei erfunden waren, behaupteten einige Eltern, ihre Kinder wüssten alles darüber. 

„Eltern, die ihre Kinder auf ein Podest stellten, neigten dazu, ihren Zöglingen Wissen in den unterschiedlichsten Themenbereichen zuzusprechen — auch wenn diese gar nicht existierten. Natürlich ist dieses Erheben nicht die einzige Ursache für Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus. Auch andere Faktoren wie die Genetik und die Umwelt spielen dabei eine Rolle. Einige Kinder könnten aber wahrscheinlicher narzisstische Züge entwickeln, wenn ihre Eltern sie in dem Glauben aufziehen, „etwas Besseres zu sein“. 

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Weitere Verhaltensweisen von Eltern, die auch im Zusammenhang mit der Entwicklung von soziopathischen Zügen stehen: Wenig bis keine Grenzen setzen, selten Konsequenzen ziehen, das Verhalten der Kinder idealisieren und auch dann verteidigen, wenn es selbst als offensichtlich falsch wahrgenommen wird. 

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