Elternzeit: Dabei wollen sie es doch auch

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Geld, Karriere, Haushalt: Wenn es darum geht, warum Väter so wenig Elternzeit nehmen, bringen Männer wie Frauen die immer gleichen Argumente. Wir haben sie überprüft.

Männer nehmen in Deutschland immer noch deutlich weniger Elternzeit als Frauen.  © Juliane Liebermann/​unsplash.com
Männer nehmen in Deutschland immer noch deutlich weniger Elternzeit als Frauen. © Juliane Liebermann/​unsplash.com

Die Gespräche können überall und jederzeit aufkommen: im Café, auf dem Spielplatz, am Küchentisch. Bevor eine Frau überhaupt schwanger ist, vor der Geburt, wenn das Kind dann da ist. Die Einstiegsfrage lautet meist: Und, wie macht ihr das mit der Elternzeit? Mit "machen" ist gemeint, wer wie lange zu Hause bleiben wird. In dem Gespräch, das sich anschließt, geht es meist nicht um gegenseitiges Verständnis, sondern darum, die eigene Entscheidung zu verteidigen.

Dann, wenn der Mann zum Beispiel zwei Monate Elternzeit nimmt: "Geil, schönen Urlaub euch", heißt es dann oft. Oder aber: "Was, warum denn nicht mehr?" Und überhaupt: Warum bleibt in den meisten Fällen die Frau zu Hause, wo doch gefühlt alle von Gleichberechtigung reden?

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich dieser Status quo langsam, ganz, ganz langsam, ändert: 2020 war jeder vierte Elterngeldbeziehende männlich, Tendenz steigend. Allerdings planten drei von vier Vätern mit der minimalen Bezugsdauer von zwei Monaten. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr beantragten 62 Prozent der Mütter das Elterngeld für einen Zeitraum von zehn bis zwölf Monaten.

Das, kann man sagen, sind die Wirklichkeitszahlen. Der aktuelle Väterreport hält ein paar Wunschzahlen bereit: 69 Prozent der befragten Väter mit Kindern unter sechs Jahren sagen, dass sie sich mehr als ihre eigenen Väter an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder beteiligen möchten. Knapp die Hälfte der Väter gibt an, dass aus ihrer Sicht im Idealfall beide Partner in ähnlichen Umfängen erwerbstätig sind und sich die Hausarbeit und Kinderbetreuung teilen. Nur vier Prozent wünschen sich eine Aufteilung gemäß dem klassischen Familienmodell, in dem vor allem die Mutter die Kinderbetreuung übernimmt. Warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander? Argumente und Gründe gibt es viele. Aber wie stichhaltig sind die eigentlich?

GELD

Er sagt: "Einer muss ja der Ernährer der Familie sein."

Sie sagt: "Er verdient eben mehr als ich."

2020 lag das jährliche Durchschnittseinkommen in Deutschland bei 47.700 Euro brutto, das entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von knapp 4.000 Euro. Klingt erst einmal nicht schlecht, allerdings gibt es erhebliche Unterschiede, je nachdem, in welcher Branche man arbeitet: Ist jemand im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen beschäftigt, verdient er oder sie zwischen 5.248 und 5.602 Euro brutto. Im Gastgewerbe sind es dagegen nur durchschnittlich 1.893 Euro. Und dann gibt es noch den Unterschied zwischen den Geschlechtern: Laut Statistischem Bundesamt verdienten Frauen im vergangenen Jahr 18 Prozent weniger als Männer.

Da überrascht es nicht, dass Väter ihre Entscheidung gegen eine längere Elternzeit finanziell begründen, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt. Für Geringverdienende ist die Frage nach der Elternzeit eine existenzielle. Wer Elterngeld bezieht, bekommt etwa 65 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ausgezahlt, maximal 1.800 Euro. Ein Vater, der die oben genannten 1.893 Euro brutto verdient, kommt auf ein monatliches Nettogehalt von rund 1.500 Euro. Nähme er Elternzeit, blieben ihm noch rund 1.000 Euro im Monat. Er würde also nur zwei Drittel seines gewohnten Gehalts verdienen. Ist dieser Vater Hauptversorger der Familie, kann er es sich schlicht nicht leisten, in Elternzeit zu gehen. Bei einem gut verdienenden Paar, dem zwei jeweils ähnlich hohe Gehälter zur Verfügung stehen, ist das anders. Ein Grund, weshalb das Elterngeld in seiner derzeitigen Form kritisiert wird: Es nutze vor allem Doppelverdienenden aus der Mittelschicht, ihren Lebensstandard im Erziehungsjahr zu halten.

Um eine gleichberechtigte Elternzeit zumindest aus finanzieller Sicht zu ermöglichen, müsste das Elterngeld erhöht werden. Denn auch wenn es in Deutschland im Vergleich zu manch anderen Ländern großzügig bemessen ist: Je geringer die Lücke zum vollen Gehalt, desto größer die Chance, dass beide Elternteile sich für Elternzeit entscheiden. In Island, wo jedem Elternteil mindestens für drei Monate 80 Prozent Lohnausgleich zustehen und drei weitere Monate, die nach eigenen Wünschen verteilt werden können, nehmen mehr als 90 Prozent der Väter Elternzeit.

Paare, die in Deutschland Eltern werden, sind meist in ihren Dreißigern. Frauen sind im Durchschnitt 32 Jahre alt, Männer 35 Jahre. In diesem Lebensabschnitt geht es oft um Selbstverwirklichung, um Karriere, um das Jetzt. An das, was in ein paar Jahrzehnten sein wird, denken nur wenige. Ein weiteres Argument, die Elternzeit gleichberechtigt aufzuteilen, ist aber genau dieser Blick in die Zukunft: Seit der Unterhaltsrechtsreform 2008 ist nach einer Scheidung jeder für sich selbst verantwortlich. "Nach der Scheidung obliegt es jedem Ehegatten, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen", heißt es in Paragraf 1569 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Wer aber vor der Scheidung zu Hause war, ohne Job, vielleicht in Teilzeit, der Kindererziehung wegen, findet nicht mal eben einen Beruf, der das neue Leben finanziert. Die Folge ist Armut. 2020 betrug die Scheidungsrate von Ehen in Deutschland rund 39 Prozent. Die geschiedenen Paare blickten im Durchschnitt auf 14 Jahre und acht Monate Ehe zurück – viel Zeit, wenn man in jenen Jahren nichts verdient hat.

KARRIERE

Er sagt: "Da wäre es mit meiner Karriere schnell vorbei."

Sie sagt: "Als Mutter werde ich ohnehin nicht befördert."

Vor ein paar Jahren veröffentlichte die Federal Reserve Bank of New York eine Langzeitstudie, die zeigt, wie Alter und Karriere zusammenhängen: Wer erfolgreich sein will, muss es bis 35 unter die Topverdienenden geschafft haben. Also genau in dem Alter, in dem häufig die Familiengründung ansteht. Wenn es ums Thema Karriere geht, geben laut Väterreport acht Prozent der befragten Männer an, aus Angst vor beruflichen Nachteilen keine Elternzeit genommen zu haben. Wissenschaftlich ist inzwischen belegt, dass sich eine Elternzeit vor allem bei Frauen negativ auf den Job auswirkt. Bei den Männern hingegen spielt die Dauer der Elternzeit keine Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Rabenmütter, tolle Väter. Frauen schaden kurze und lange Elternzeiten bei ihrer Karriere – Männern nicht. Arbeitgebende, heißt es darin, nähmen an, dass Mütter weniger produktiv sind als Männer und Frauen, die keine Kinder haben. Weil Mütter meist am Nachmittag das Büro verlassen, um die Kinder aus dem Kindergarten zu holen. Oder zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist. Bei Vätern hingegen glauben Arbeitgebende, dass sich die Männer sogar stärker für ihren Beruf engagieren, weil sie eine Familie zu versorgen haben.

Wer Mutter ist, verdient weniger. Mutterschaft reduziere die Löhne, mit diesem Satz beginnt der Hans-Böckler-Report Lohnnachteile durch Mutterschaft. Einer der Gründe: Wenn Frauen wieder in den Beruf einsteigen, wählen sie häufig familienfreundliche, dafür aber schlechter bezahlte Stellen. Sie ziehen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie dem Finanziellen vor. Ein weiterer Grund ist das Arbeiten in Teilzeit. Das werde oft nur für weniger anspruchsvolle Tätigkeiten beziehungsweise in Positionen ohne Karriereperspektive ermöglicht. Da ist er, der viel zitierte Karriereknick.

Zum Thema Karriere gehört auch, wie Arbeitgebende auf geplante Elternzeit reagieren. Ob im Unternehmen also ein familienfreundliches Klima herrscht. In einer Studie, die das Onlinenetzwerkportal LinkedIn vom Meinungsforschungsinstitut YouGov durchführen ließ, gab fast die Hälfte der befragten Frauen an, dass ihre Arbeitgebenden einer längeren Elternzeit offen gegenüberstünden. Unter den befragten Männern hatte nur ein Drittel diesen Eindruck. 62 Prozent der Frauen, aber nur 51 Prozent der Männer sagten außerdem, Kolleginnen und Kollegen würden Verständnis dafür aufbringen, wenn sie länger als sieben Monate aussetzen.

Kleine Kinder brauchen ihre Mütter

Er sagt: "Ich kann ja eh nicht stillen."

Sie sagt: "In der ersten Zeit ist die Mama wichtiger."

Natürlich, Männer können nicht stillen. Aber um es gleich zu sagen: Elternschaft beginnt schon viel früher – und beinhaltet mehr, als dem Säugling die Brust zu reichen. Für die Wissenschaft beginnt Vaterschaft, sobald sich ein Paar ein Kind wünscht oder darüber diskutiert, eines zu bekommen. In Die Bedeutung des Vaters in der frühen Kindheit definiert die Psychologieprofessorin Brigitte Ramsauer folgende Entwicklungsabschnitte: "die pränatale Phase, die Phase im Kreißsaal und während der Geburt und die postnatale Phase bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes." Weiterhin wird zwischen einem "realen" und einem "symbolischen" Vater unterschieden. Der reale Vater ist von Anfang an nicht nur physisch anwesend, sondern involviert – so wie die Mutter. Wichtig ist der Zusatz, dass dieses Involviertsein nur möglich ist, wenn die Mutter die Annäherung zulässt. Mit Aussagen wie "In der ersten Zeit ist die Mama wichtiger" oder "Du machst das alles ganz falsch" kann die Frau den Partner davon abhalten, eine Bindung zum Kind aufzubauen. Anders ausgedrückt: Eine gleichberechtigte Beziehung, mit gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Zutrauen, definiert die Rolle, die der Vater gegenüber dem Kind einnimmt.

In den vergangenen Jahrzehnten, in denen neue Familienmodelle entstanden sind, hat die Beteiligung des Vaters an der Betreuung und Erziehung der Kinder zugenommen. "Neue Väter" werden die Männer genannt, die genauso für ihre Kinder da sind wie die Mütter. Wie wichtig sie sind, zeigt beispielsweise eine Untersuchung von 2015, die zu dem Ergebnis kam, dass ein präsenter Vater die kognitive, sprachliche und soziale Entwicklung des Kindes fördert. Über den Begriff "neue Väter" kann man streiten, vielmehr: Man sollte es. Klar ist jedoch, dass eine gleichberechtigte Vaterrolle entscheidend ist, um Veränderungen anzustoßen. Denn: Die meisten Männer richten sich in ihrem Konzept von Vaterschaft nach dem, was sie selbst als Kind erlebt haben.

Der Haushalt ist Frauensache

Er sagt: "Kinderkram und Haushalt langweilen mich einfach."

Sie sagt: "Er weiß ja nicht mal die Waschmaschine zu bedienen."

Kinder haben bedeutet: volle Windeln, verschmierte Gesichter, dreckige Fußböden, Gebirge von schmutziger Wäsche. Es bedeutet auch: Geburtstage, Arztbesuche, Verabredungen organisieren zu müssen. Es ist eine Tatsache, dass Frauen, unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht, einen Großteil dieser Arbeit erledigen. Laut Oxfam arbeiten Frauen im weltweiten Durchschnitt 7,5 Stunden pro Tag und werden für rund 40 Prozent davon bezahlt. Männer arbeiten im weltweiten Durchschnitt 6,75 Stunden pro Tag, für 80 Prozent werden sie entlohnt. In Deutschland leisten Frauen 52 Prozent mehr unbezahlte Fürsorgearbeit als Männer, weswegen man auch vom Gender-Care-Gap spricht. Die 52 Prozent entsprechen 87 Minuten, die Frauen täglich mehr für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen als Männer – fast so lang wie ein durchschnittlicher Tatort. Die Tätigkeiten, die Frauen übernehmen, sind wenig flexibel: Frühstück machen, putzen, Wäsche waschen – all das lässt sich schlecht verschieben. Männer hingegen widmen sich stärker gelegentlich anfallenden Aufgaben wie Reparaturen oder Gartenarbeit. Dinge, die auch am Wochenende erledigt werden können.

Die meiste unbezahlte Sorgearbeit fällt in Paarhaushalten mit Kindern an: Mütter verrichten in dieser Konstellation täglich zweieinhalb Stunden mehr Sorgearbeit als Väter, sodass der Gender-Care-Gap 83 Prozent beträgt. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung belegt, dass Väter, die Elternzeit genommen haben, anschließend mehr Arbeit im Haushalt übernehmen und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen – selbst wenn es nur die zwei Partnermonate waren.

Und jetzt?

Väter, die länger Elternzeit nehmen, verändern die Gesellschaft zum Positiven

Die gesellschaftliche Annahme, was eigentlich eine gute Mutter ausmacht und was einen guten Vater, beeinflusst maßgeblich die Entscheidung, wer wie lange Elternzeit nimmt und wer in Teilzeit arbeitet. Es sind vor allem die Frauen, denen die Entscheidung für oder gegen eine berufliche Auszeit nachgetragen wird: "Heimchen am Herd", "Rabenmutter", solche Begriffe fallen noch immer oft. Dabei hätte es viele Vorteile, die Elternzeit gleichberechtigt aufzuteilen: Väter, die Elternzeit genommen haben, verbringen drei Stunden pro Woche mehr Zeit mit ihren Kindern. Wer mehr als zwei Monate aussetzt, beteiligt sich dauerhaft noch stärker im Haushalt und reduziert auch eher seine Arbeitszeit, wie Untersuchungen der Soziologin Mareike Bünning vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigen. Ergebnisse einer Studie aus Südkorea aus dem Jahr 2019 deuten zudem darauf hin, dass eine Elternzeit für Väter sowohl deren eigene Lebenszufriedenheit als auch die Zufriedenheit innerhalb der Partnerschaft und die langfristige Bindung zu den Kindern verbessert.

Zu Recht also äußern – laut der Zahlen aus dem aktuellen Väterreport – Männer ihren Wunsch nach mehr Gleichberechtigung, nach mehr Elternzeit für Väter, generell nach mehr gemeinsam verbrachter Zeit für Väter und Kinder. Damit aus diesem Wunsch Wirklichkeit wird, braucht es neben den nötigen politischen Schritten auch gesellschaftliche – und persönliche.

Es braucht Veränderungen in Unternehmen, die einen gesellschaftlichen Wandel nicht nur mittragen, sondern aktiv vorantreiben müssen. Es braucht Veränderungen in den Köpfen von Eltern, die sich trauen müssen, ihre Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen. Es braucht mehr Mut von Frauen, das anzunehmen, was noch gar nicht lange eine Selbstverständlichkeit ist: arbeiten zu dürfen. Bis 1977 war das in Westdeutschland nur erlaubt, wenn es "mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar" war. Frauen sollten diesen historischen Erfolg nicht nur als ein einfaches Recht betrachten. Es klingt groß, aber: Zu arbeiten, bedeutet auch, den Kampf der älteren Generationen anzuerkennen. Indem eine Frau weiter ihrem Beruf nachgeht, in welchem Umfang auch immer, lebt sie den Söhnen und Töchtern und Enkelkindern vor, was Gleichberechtigung bedeutet.

Als politischen Schritt braucht es ein höheres Elterngeld: einen Anreiz für Familien, die sich eine Reduzierung des väterlichen Gehalts nicht leisten wollen; und als Unterstützung für Familien, die sich eine berufliche Auszeit nicht leisten können. Erst wenn die Versorgung auch von finanziell schlecht gestellten Familien gewährleistet ist, wird eine gleichwertige Aufteilung der Elterngeldmonate realistisch.

Grundsätzlich wird Elterngeld über einen Zeitraum von zwölf Monaten ausgezahlt – entschließt sich der zweite Elternteil dafür, mindestens zwei Monate Elternzeit zu nehmen, steigt die gesamte Bezugsdauer auf 14 Monate. Häufig wird gefordert, den Pflichtanteil von zwei Monaten auf vier oder sogar sieben zu erhöhen. Dies könnte aber dazu führen, dass noch mehr Elterngeldmonate verfallen, so wie es schon jetzt allzu oft mit den zwei Partnermonaten geschieht: bei Familien, die sich eine Auszeit des Vaters nicht leisten können; bei Familien, die es sich problemlos leisten könnten, zusätzliche Elterngeldmonate jedoch nicht als Anreiz zu sehen.

Gesetzlich verankert werden müssten also Druckmittel, denen sich auch Unternehmen nicht mehr entziehen könnten: Zum Beispiel das gesamte Elterngeld nur dann auszuzahlen, wenn beide Elternteile eine Mindestanzahl an Elternzeitmonaten nehmen. Nicht als Eingriff in die individuellen Entscheidungen einer Familie, sondern als Anstoß, sich von vertrauten Rollen zu lösen. Gleichberechtigung sollte nicht länger nur eine Option sein, sondern Alltag werden. Es geht darum, möglichst viele verschiedene Elternzeitmodelle zu etablieren – denn nur so sinkt die Erwartungshaltung von Arbeitgebenden, dass Elternzeit stets nach einem berechenbar starren, oft allzu klassischen Muster abläuft.

Arbeitgebende könnten ihre Angestellten motivieren, sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen – indem sie ausdrücklich mit der Erwartung an sie herantreten, dass Elternzeit auch in Anspruch genommen wird, von Eltern jedes Geschlechts. Einer Studie der Rotterdam School of Management zufolge werden Mitarbeitende kreativer, wenn Vorgesetzte mit klar definierten Anreizen werben. Ein solcher Anreiz könnte zum Beispiel ein Bonus sein, der an alle Eltern ausgezahlt wird, die in Elternzeit gehen.

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