Emirate sollen Geschäftsmann mit Spionage gegen Trump beauftragt haben

US-Präsident Donald Trump

Ein arabischer Geschäftsmann soll vom Geheimdienst der Vereinigten Arabischen Emirate dafür bezahlt worden sein, die Regierung von US-Präsident Donald Trump auszuspähen. Dem Investigativ-Portal "The Intercept" zufolge hat Raschid Al-Malik, dessen Name auch im Zusammenhang mit illegalen Wahlkampfspenden an das Trump-Team genannt wird, im Jahr 2017 zehntausende Dollar pro Monat für Spionagetätigkeiten erhalten. Im Gegenzug sollte er demnach den Geheimdienst der Vereinigten Arabischen Emirate mit Informationen über Trumps Politik in der Golfregion versorgen.

Al-Malik habe dem Geheimdienst unter anderem Informationen über das Vorhaben der US-Regierung, in der Katar-Krise zu vermitteln, sowie zu Treffen zwischen US-Regierungsbeamten und dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vorgelegt, schrieb "The Intercept" am Montag.

Ende des vergangenen Jahres hatten US-Medien über Ermittlungen der US-Staatsanwaltschaft berichtet, wonach Ausländer in der Absicht, Einfluss auf die US-Politik zu nehmen, illegal an Trumps Wahlkampfausschuss oder eine Trump nahestehende Lobbygruppe gespendet haben sollen.

Bei den meisten Verdächtigen soll es sich laut "New York Times" um Vertreter aus den Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gehandelt haben. Auch Al-Malik wurde der "New York Times" zufolge in diesem Zusammenhang von US-Sonderermittler Robert Mueller befragt.

Al-Malik, Vorstand der Investmentfirma Hayah Holdings, ließ den Berichte über seine angebliche Spionagetätigkeit über seinen Anwalt dementieren. Sein Mandant sei "kein Geheimagent" und "nie damit beauftragt worden, Informationen über den Innenbetrieb der Trump-Regierung zu beschaffen", sagte der Anwalt gegenüber "The Intercept".

Vergangene Woche hatte das US-Justizministerium bekannt gegeben, der Golfregion-Experte in Trumps Wahlkampfteam, George Nader, sei wegen des Besitzes von Kinderpornographie festgenommen worden. Nader hatte in Muellers Sonderermittlungen zur Russland-Affäre als Zeuge ausgesagt. Er gilt als gut vernetzt in der Golfregion.