Empörung über neuen Streit an Bord eines US-Flugzeugs

American Airlines untersucht Vorfall mit Mutter von Kleinkind

Knapp zwei Wochen nach dem gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers bei United Airlines sorgt ein Vorfall bei einer anderen großen US-Fluggesellschaft für Aufsehen. In einem im Internet verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein Steward in einer American-Airlines-Maschine heftig mit einem Passagier streitet, der einer weinenden Mutter mit zwei kleinen Kindern helfen will. Nach Zeugenaussagen hatte der Flugbegleiter der Frau zuvor einen Buggy entrissen.

In dem Video, das eine andere Passagierin des AA-Flugs von San Francisco nach Dallas-Fort Worth aufgenommen hatte, ist zu sehen, wie die Mutter mit einem kleinen Kind auf dem Arm weint, während ein Steward und ein Pilot schweigend daneben stehen. "Sie können keine Gewalt gegen ein Kind anwenden", schluchzt die Frau. "Geben Sie mir den Buggy zurück."

Daraufhin steht ein anderer Passagier auf und sagt: "Ich werde nicht hier sitzen bleiben und mir das angucken." Er droht dem Flugbegleiter: "Wenn Sie das mit mir machen, haue ich Sie um." Die beiden Männer streiten, während die Frau immer unkontrollierter weint. Als der Steward einwendet, der Passagier kenne "die Geschichte" nicht, erwidert dieser: "Das ist mir egal, was die Geschichte ist. Sie haben fast ein Baby verletzt."

Die Flugreisende Surain Adyanthaya, die das Video in das Sozialnetzwerk Facebook stellte, schrieb dazu: "Oh mein Gott! AA-Flugbegleiter nahm einer Dame mit Baby gewaltsam den Buggy weg, stieß sie und verfehlte nur knapp das Baby." Dann habe der Steward "versucht, einen Passagier zu schlagen, der sich für sie einsetzte".

Die Augenzeugin Olivia Morgan schilderte im Fernsehsender KTLA-TV den Beginn des Streits. "Der Flugbegleiter entriss der Frau den Buggy, und sie schluchzte, während sie das eine Baby auf dem einen Arm trug und das zweite Baby in einem Autositz auf dem Boden neben ihr war."

"Wir haben das Video gesehen und bereits eine Untersuchung eingeleitet", erklärte American Airlines-Sprecherin Leslie Scott in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Der in den Streit verwickelte Steward sei für die Dauer der Untersuchung vom Dienst suspendiert worden. "Was wir in dem Video sehen, entspricht nicht unseren Werten oder wie wir uns um unsere Kunden kümmern", erklärte die Sprecherin. Zugleich entschuldigte sie sich bei der Passagierin und ihrer Familie und allen anderen betroffenen Kunden.

Die Mutter habe sich entschieden, einen anderen Flug zu nehmen, hieß es in der Erklärung weiter. American Airlines habe ihr ein Upgrade für die Erste Klasse gegeben. Die Fluglinie erlaubt laut ihrer Website die Mitnahme kleiner, zusammenklappbarer Buggys in die Kabine. Größere Kinderwagen müssen als Gepäck aufgegeben werden.

Die US-Vereinigung der Flugbegleiter forderte die Öffentlichkeit auf, mit einer Bewertung des Vorfalls zu warten, bis die Fakten geklärt seien. "Es kann sein, dass ein anderer Passagier einem Flugbegleiter Gewalt angedroht hat, was ein Gesetzesverstoß und keine Kleinigkeit ist", sagte der Vorsitzende Bob Ross.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Rauswurf eines 69-jährigen Passagiers für einen Skandal bei United Airlines gesorgt. Der Fluggast David Dao hatte sich geweigert, in einem überbuchten Flug seinen ihm zuvor angewiesenen Sitzplatz wieder freizugeben. Daraufhin wurde er von Polizeibeamten in Chicago gewaltsam herausgeschleift, nach Angaben seiner Anwälte wurde ihm unter anderem das Nasenbein gebrochen. Dao will die Fluggesellschaft verklagen.

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