Empörung über tödliche Schüsse von US-Polizisten auf schwarze Sanitäterin

Breonna Taylor, tuée le 13 mars 2020, ici lors d'une cérémonie de remise de diplômes à Louisville, dans le Kentucky

In den USA sorgt ein neuer Fall von Polizeigewalt gegen unbewaffnete Afroamerikaner für Entrüstung. Im US-Bundesstaat Kentucky erschossen Polizisten eine 26-jährige Rettungssanitäterin in ihrer Wohnung, wie der Anwalt ihrer Familie, Ben Crump, mitteilte. Der Fall ereignete sich demnach bereits am 13. März in Louisville, sorgte aber erst jetzt landesweit für Aufsehen, als der Anwalt an die Öffentlichkeit ging. Die Familie hat Klage gegen die Beamten eingereicht.

Breonna Taylor und ihr Freund schliefen nach Angaben des Anwalts in ihrer Wohnung, als die Polizei auf der Suche nach einem Verdächtigen in das Appartement eindrang und acht Mal auf sie schoss. Die Beamten hätten nach einem Mann gefahndet, der gar nicht mehr in dem Gebäude wohnte und sich bereits in Haft befand.

Taylors Freund, der einen Waffenschein besitzt, schoss auf die Beamten und wurde wegen versuchten Mordes festgenommen. Er sitzt bis heute in Haft. Gegen die Polizisten wurde Crump zufolge hingegen bislang nicht vorgegangen. Die Polizei habe sich weder zu den Umständen "dieser Tragödie" geäußert noch habe sie die Verantwortung für die "sinnlose Tötung" Taylors übernommen, kritisierte Crump.

Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, erklärte am Dienstag: "Meine Priorität ist es, dass die Wahrheit ans Licht kommt und Gerechtigkeit waltet." Der Fall werde derzeit untersucht. Er wies jedoch darauf hin, dass bei der Polizeiarbeit "unglaublich schwierige Situationen" auftreten könnten.

Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kritisierte, Taylor sei vor zwei Monaten getötet worden "und seitdem ist nichts passiert".

In den USA kommt es immer wieder zu ähnlichen Fällen. 2012 wurde deshalb die Bewegung Black Lives Matter gegründet, die exzessive Polizeigewalt gegen Schwarze anprangert.

Der Anwalt Ben Crump vertritt auch die Familie des Afroamerikaners Ahmaud Arbery, der Ende Februar beim Joggen in einem Wohnviertel im Bundesstaat Georgia mutmaßlich von zwei weißen Männern erschossen wurde.