US-Schule sagt Vater-Tochter-Tanz ab und erntet Shitstorm

Eine New Yorker Grundschule wird derzeit scharf kritisiert – auch von Donald Trump Jr. –, weil sie einen Vater-Tochter-Tanz abgesagt hat, um die staatlichen Gender-Richtlinien nicht zu verletzen.

Eine New Yorker Grundschule sagte einen Vater-Tochter-Tanz ab, weil es Bedenken gab, dieser würde gegen Geschlechter-Richtlinien verstoßen. (Bild: Getty Images)

P.S. 65 in Staten Island, N.Y., hatte für den 9. Februar einen „Vater/Bester Mann & Tochter Tanz“ geplant. Allerdings wurde dieser laut „New York Post“ plötzlich abgesagt, als der Eltern-Lehrer-Verband, die sogenannte Parents-Teacher-Association (PTA), Bedenken hatte, dass damit die neuen Geschlechter-Richtlinien verletzt werden könnten, die das New York City Department of Education im März 2017 eingeführt hatte.

Laut diesen Richtlinien können geschlechtsspezifische Maßnahmen, Regeln und Praktiken zur Folge haben, Schüler auszugrenzen, zu stigmatisieren und Rollenklischees zu verstärken, egal ob es sich um Transgender oder um nicht mit den herkömmlichen Geschlechtern übereinstimmende Schüler handelt.“

Weiter hieß es: „Aus diesem Grund sollten Schulen solche Maßnahmen, Regeln und Praktiken überprüfen und jede, die keinen eindeutigen pädagogischen Zwecke erfüllt, sollte entfernt werden. Zu den Beispielen zählen Regeln über geschlechtsspezifische Abschlussball-Outfits oder Kleidung für Jahrbuchfotos. Schülern muss erlaubt sein, im Einklang mit ihrer Geschlechtsidentität, die in der Schule geltend gemacht wird, an allen Schulaktivitäten teilzunehmen (zum Beispiel mehrtägige Ausflüge).“

Laut „Post“ schrieb PTA-Präsident Toni Bennett in einer geschlossenen Facebook-Gruppe: „Bis wir verstehen, was wir legal tun dürfen, werden wir diese Veranstaltung nicht durchführen.“

Aber die Empörung über die abgesagte Veranstaltung war groß und kam auch von Donald Trump Jr., der twitterte: „Wenn einen das nicht überzeugt, dass die Bewegung der politisch Korrekten den Verstand verloren hat, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Dieser Nonsens muss wirklich aufhören.“


Wenn einen das nicht überzeugt, dass die PC/SJW [Social Justice Warrior] Bewegung den Verstand verloren hat, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Dieser Nonsens muss wirklich aufhören.


Staten Island Schule sagte Vater-Tochter-Tanz ab. Wird Junge-Menschen/Bezugsperson-Veranstaltung anbieten. Was für eine Schande. Tolle Erinnerungen an Vater-Tochter-Brownie-Square-Dance.


Echt jetzt?!!!

Eine Staten Island Grundschule sagte ihren traditionellen Vater-Tochter-Tanz ab.


Also diese wahre Geschichte ist in meiner Heimatstadt Staten Island passiert. Ich bin sprachlos. Wow! Was für ein Desaster…


Gott behüte, eine NYC-Schule könnte Väter ermutigen… „Eine Staten Island Grundschule sagte ihren traditionellen ,Vater-Tochter-Tanz’ für kommenden Freitag wegen der neuen Geschlechter-Richtlinien des Department of Education ab.“

„Sie versuchen, alles zu eliminieren, womit wir aufgewachsen sind und ich finde, das ist weder fair noch richtig“, erklärte Vater Matthew West der „New York Post“. „Sie sollten es so lassen, wie es war – Vater-Tochter, Mutter-Sohn.“

„Es ist ganz und gar nicht fair“, sagte Jose Garcia der Zeitung. „Ich habe nichts gegen irgendjemanden, aber ich finde, es sollte nicht die Schule oder die Kinder beeinträchtigen.“

Und Mutter Akaia Cameron sagte: „All dieser Gender-Mist muss einfach ein Ende haben.“

Yahoo Lifestyle konnte keinen Sprecher der Grundschule oder vom Department of Communication für einen Kommentar erreichen.

Traf die Schule die richtige Entscheidung?

Aktivitäten, die Kinder auf Grundlage ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität unterscheiden, sind problematisch, vor allem wenn man neuen Forschungsergebnissen glauben kann, die am Montag in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurden. Demnach identifizieren sich mehr Kinder als früher als Transgender oder nicht genderkonform.

„Auf dem Geschlecht basierende Aktivitäten haben ihre Wurzeln in veralteten Gender-Stereotypen“, erklärt Lenora Lapidus, Direktorin des ACLU Women’s Rights Projects, gegenüber Yahoo Lifestyle. „Vater-Tochter-Tänze zum Beispiel schließen Kinder aus, die von alleinerziehenden Müttern, lesbischen Paaren, Großmüttern aufgezogen werden oder die aus anderen Gründen keine männlichen Bezugspersonen in ihrem Leben haben.“

Unter Titel IX des Bundesgesetzes, das Diskriminierung in einem Bildungsprogramm basierend auf dem Geschlecht einer Person verbietet, ist geregelt, dass Vater-Tochter-Tänze erlaubt sind, solange es auch eine Veranstaltung für Mütter und Söhne gibt. „Aber es ist sehr schwierig für Schulen zu beweisen, warum sie Jungs und Mädchen trennen müssen“, sagt Lapidus. „Es gibt auch Schulen, die Vater-Tochter-Tänze und Mutter-Sohn-Baseballspiele veranstalten, was die Stereotype verstärkt, dass Mädchen gerne gerüschte Kleider tragen und Jungs Sport mögen.“

Lapidus fügt hinzu: „Diese Vater-Tochter-Bälle sind ein Refugium der Familienwelt der 1950er und ignorieren völlig die Realität diverser Familien.“

Die „Post“ berichtet, dass die Grundschule den Vater-Tochter-Tanz auf den 2. März verlegt hat und dann sind „Kinder und Bezugspersonen jeglichen Geschlechts“ eingeladen.

Elise Solé

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