Intimer als Sex - Sexualberaterin: Diese Kussarten öffnen die Lustporen der Frauen

Küssen löst ein wahres Meer an Glücksbotenstoffen aus.<span class="copyright">Getty Images/Morsa Images</span>
Küssen löst ein wahres Meer an Glücksbotenstoffen aus.Getty Images/Morsa Images

Küssen ist intimer als Sex, das sagen zumindest Kussforscher. Sexualberaterin Regina Heckert verrät vier Kussarten, die bei Frauen wahre Lustexplosionen auslösen können.

Küssen ist intimer als Sex und spielt eine entscheidende Rolle für die Bindung in einer Beziehung, sagen Kussforscher. Während Sex auch eine distanziertere Haltung der Beteiligten zulässt, stärken intensive Küsse die seelische Verbindung. Ein eindrucksvolles Beispiel: In der Prostitution ist Küssen meist tabu, was die tiefe Bedeutung des Kusses unterstreicht.

Ein guter Kuss beginnt mit Sympathie und Einfühlungsvermögen. Küsse sind mehr als nur Berührungen – sie sind Gespräche der Lippen und Zungen, eine ganz besondere Form intimer Kommunikation. Entschleunigung und eine dadurch längere Kussdauer sind Schlüssel zu mehr Nähe. Besonders Frauen können davon nicht genug bekommen.

Wenn man das Küssen verlangsamt, kommen nämlich auch Herz und Seele mit. Küsse können dann bis ins Mark berühren und für unvergessliche Momente sorgen. Wird das Herz einer Frau durch hingebungsvolles Küssen berührt, öffnet sie sich viel leichter für eine sexuelle Begegnung.

Tag des Kusses: Fakten zum Küssen

Am 6. Juli feiern wir den internationalen Tag des Kusses, einen Aktionstag, der 1990 in Großbritannien ins Leben gerufen wurde. Küssen ist so alt wie die Menschheit selbst, mit Nachweisen, die mindestens 4500 Jahre zurückreichen. Ein Kuss spricht alle Sinne an: riechen, tasten, schmecken, hören und sehen. Forscher haben herausgefunden, dass wir im Laufe unseres Lebens rund 100.000 Küsse auf den Mund verteilen.

Und es kommt noch besser: Viel küssen kann angeblich die Lebensdauer um bis zu 5 Jahre verlängern! Das wissenschaftliche Forschungsgebiet des Küssens, bekannt als Philematologie, zeigt, dass schon ein Kuss auf die Wange Botenstoffe freisetzt und für gute Laune sorgt.

Hormonausschüttung beim Küssen: Ein Feuerwerk von Glücksgefühlen

Küssen löst ein wahres Meer an Glücksbotenstoffen aus. Ein ganzer Hormon-Cocktail wird dabei ausgeschüttet: Serotonin, Endorphine – unsere natürlichen Opiate, die Stress abbauen – und Dopamin, das uns mit Glücksgefühlen versorgt. Auch Oxytocin, das Hormon der Liebe, und Adrenalin sind mit von der Partie. Und sogar die Konzentration des Stresshormons Cortisol sinkt.

 

Ein durchschnittlicher Kuss dauert zwölf Sekunden. Frauen legen etwas mehr Wert darauf, gut geküsst zu werden – 72 Prozent im Vergleich zu 62 Prozent der Männer. Es gibt unterschiedliche Arten des Küssens  und wir trainieren bis zu 34 Gesichtsmuskeln dabei. Übrigens: 92 Prozent der Frauen küssen lieber mit geschlossenen Augen, um sich ihren Empfindungen noch mehr hingeben zu können.

Warum wir alle viel häufiger küssen sollten

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Küssen ein wahres Wundermittel sein kann: Es senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem, baut Stress ab und setzt Glückshormone frei. Küssen führt zu Wohlbefinden und Geborgenheit und macht gesund und glücklich. Wer viel küsst, geht besser durchs Leben und stärkt die Bindung zu seinem Partner.

Intensive Küsse kurbeln den Stoffwechsel und die Blutzirkulation an, tanken die Seele auf und können regelrecht in einen Rausch versetzen. Küssen ist wie das Salz in der Liebessuppe: Es beruhigt den Herzschlag und stärkt die Beziehung. Paare, die sich häufig küssen, sind zufriedener und leben in der Regel länger. Küssen kann wie ein Kurzurlaub den Alltag versüßen. Es hilft beim Entspannen und steigert das Selbstwertgefühl.

Ein Kuss wird nicht umsonst als „die schönste Impfung der Welt“ bezeichnet. Bei einem zehnsekündigen Zungenkuss werden etwa 80 Millionen Bakterien ausgetauscht, was nachweislich unser Immunsystem stärkt. Es werden Neuroleptide produziert, die die natürlichen Killerzellen des Körpers aktivieren.

Tantra-Geheimnis beim Küssen: Die Magie der Langsamkeit

Tantra verwandelt körperliche Begegnungen zu achtsamen und bewussten Erlebnissen. Es bleibt Zeit zum Hinspüren und zur echten Kommunikation, wodurch die gemeinsamen Erfahrungen authentischer und intensiver werden. Im Gegensatz zu unserem schnellen, oft oberflächlichen Sexleben, geht es im Tantra langsamer zu – auch beim Küssen. Erstaunlicherweise entfacht diese Entschleunigung wesentlich tiefere, manchmal fast magische Lustempfindungen.

Weniger tun und dafür mehr spüren, lautet die tantrische Devise. Besonders die Lust der Frau kann durch tantrisches Küssen enorm geweckt werden und zu wahren Explosionen im Körper und in den Gefühlen führen.

Drei Kussarten stechen dabei besonders hervor: Der tantrische Energiekuss, die zarten, verweilenden Küsse am ganzen Körper und der Zeitlupen-Zungenkuss.

Warum der Energiekuss ein Turbo für die weibliche Lust sein kann

Der Energiekuss ist eine einzigartige Technik, die die Lust der Frau in ungeahnte Höhen treiben kann. Bei diesem Kuss berühren sich die Lippen und Zungen der Liebenden nicht direkt, sondern nur energetisch. Die weichen, entspannten und geöffneten Lippen kreisen langsam und ganz nah umeinander herum, ohne sich zu berühren, während die Liebenden sich sanft gegenseitig einatmen.

Die Hände hingegen können den Kopf oder Körper des Partners deutlich an sich heranziehen, was eine aufregende Mischung aus Intensität und Zärtlichkeit schafft. Die leidenschaftlichen Hände und der hauchzarte Tanz der Lippen verschmelzen zu einem lustvollen Spiel. Eine sanfte Musik im Hintergrund vollendet so ein kleines Kunstwerk der weiblichen Lust.

Viele Männer können dem Energiekuss zunächst nicht viel abgewinnen, während fast alle Frauen dabei dahinschmelzen und sich Lustporen öffnen, von denen sie vorher gar nicht ahnten, dass es sie gibt. Spätestens dann, wenn ein Mann die starke Wirkung bei seiner Partnerin miterlebt, bekommt auch er Appetit auf mehr.

 

Zarte, verweilende Küsse: Die Kunst, Glücksgefühle zu entfachen

Zarte, verweilende Küsse beginnen sehr langsam. Sachte und hauchzart wie ein Schmetterling landen die Lippen mit viel Zeit auf einer Körperstelle. Mit sanftem Druck bohren sie sich dort hinein, als wollten sie das Innerste der geliebten Person erreichen. Sie bleiben für eine Weile in dieser Verbindung, bevor sie sich genauso achtsam wieder verabschieden. Diese Küsse tun überall auf dem Körper gut und können bis ins Mark berühren.

Die Zeit scheint stillzustehen, während Gänsehaut und Glücksgefühle den Körper durchströmen. Ob auf den Hals, die Schultern oder den Rücken – zarte, verweilende Küsse können auf dem ganzen Körper verteilt werden.

Handkuss: Der altehrwürdige Kuss, der Herzen höherschlagen lässt

Der altehrwürdige Handkuss, ein Klassiker der romantischen Verehrung, hat auch heute noch die Kraft, bei Frauen tiefe Emotionen auszulösen. Er ist ein Spezialfall unter den zarten, verweilenden Küssen.

Ein Handkuss mag altmodisch erscheinen, doch seine Wirkung ist zeitlos, was sich immer wieder bei Seminaren bestätigt. Er vermittelt eine tiefe, ehrliche Wertschätzung und kann das Herz berühren wie kaum eine andere Geste. Wenn die Lippen sanft den Handrücken berühren und dort wie oben beschrieben verweilen, wird eine Welle der Zärtlichkeit und des Respekts übertragen.

Wie ein Augenblick purer Romantik, der die Zeit stillstehen lässt, spricht diese liebevolle Zuwendung Bände.

Zeitlupen-Zungenkuss: Innigkeit durch Entschleunigung

Der Zungenkuss ist der innigste Kuss und meistens das Vorspiel einer sexuellen Begegnung. Zungenküsse geschehen oft mit intensiver Leidenschaft. Manchmal kann es so wild zugehen, dass man kaum spürt, ob der Kuss wirklich gut ankommt. Besonders für Frauen können zum Beispiel Bartstoppeln eines Mannes rund um den Mund schnell unangenehm werden oder sogar wund reiben.

Für viele Menschen ist es ein großes Aha-Erlebnis, wenn Langsamkeit beim Zungenkuss einkehrt. Paare könnten einmal auszuprobieren, dass einer der beiden beim Küssen mit seinen Lippen und seiner Zunge die Führung übernimmt, und der andere sich einfühlt und mitmacht, ohne selbst die Führung zu übernehmen.

Nach einer Weile kann gewechselt werden. So können beide voneinander lernen, wie sie am liebsten geküsst werden möchten. Aber schon das Ausprobieren des Führens und Folgens beim Küssen kann bewegende Gefühle ins Fließen bringen.

Manche Paare verlangsamen das Küssen so, dass man tatsächlich von einem Zeitlupen-Zungenkuss sprechen kann. Sogar komplettes Innehalten, bei dem die Lippen oder die Zungen für ein paar Momente sanft aufeinander ruhen, kann wie eine Lustmeditation eine große Wirkung haben.

Was zu einem guten Kuss gehört: Tipps für gelungene Kuss-Erfahrungen

Ein guter Kuss kann Herzen höherschlagen lassen und Schmetterlinge im Bauch wecken – aber nur, wenn einige grundlegende Dinge beachtet werden. Hier sind die wichtigsten Tipps:

  1. Frischer Atem: Nichts zerstört die Romantik schneller als Mundgeruch. Daher ist es wichtig, sich vor dem Küssen die Zähne zu putzen oder zumindest einen frischen Atem zu haben. Ein Minzbonbon kann helfen.

  2. Zähne im Zaum halten: Beim Küssen sollte man Vorsicht walten lassen. Zu wildes Hantieren mit den Zähnen kann schnell unangenehm werden und den Moment ruinieren.

  3. Zunge mit Maß: Die Zunge kann einem Kuss eine besondere Intensität verleihen, aber ist sie zu wild oder zu tief im Mund des anderen, kann es unangenehm werden.

  4. Speichel im Griff: Niemand mag einen Kuss, der in einer Speichelschlacht endet. Achten Sie darauf, dass der Kuss nicht zu feucht wird. Ein ausgewogenes Maß an Speichel ist entscheidend, um den Kuss angenehm zu gestalten.

  5. Kuss-Verbot beachten: Wer eine ansteckende bakterielle Erkrankung oder Virusinfektion hat, sollte auf das Küssen verzichten, da durch das Küssen die Krankheitserreger übertragen werden können.

Ein perfekter Kuss ist ein Zusammenspiel von Sauberkeit, Sanftheit, Gefühl und Wertschätzung. Indem Sie diese Tipps beherzigen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Küsse unvergesslich werden und für beide Partner ein Genuss sind. Schließlich ist Küssen eine Kunst, die mit ein wenig Achtsamkeit und Feingefühl die Liebenden in besonderem Maß miteinander verbindet, bereichert und beschenkt.