England-Fans mit Herz: Spendenaktion für weinendes Mädchen

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Ein weinendes Mädchen wurde zum Gesicht der deutschen EM-Niederlage gegen England. Und von einigen englischen Fans verhöhnt und verspottet. Doch die Briten zeigen nun, dass es auch anders geht.

Die Enttäuschung der deutschen Fans im Wembley-Stadion war nach dem 0:2 ihres Teams gegen die Hausherren deutlich zu sehen. (Bild: Marvin Ibo Guengoer/Getty Images)
Die Enttäuschung der deutschen Fans im Wembley-Stadion war nach dem 0:2 ihres Teams gegen die Hausherren deutlich zu sehen. (Bild: Marvin Ibo Guengoer/Getty Images)

Die Bilder wurden im Stadion auf die Bildschirme übertragen und fanden so auch ihren Weg in Millionen von TV-Haushalten. Ein kleines Mädchen im Deutschland-Trikot mit Fahnen auf die Wangen geschminkt weinte bitterlich in den Armen ihres Vaters, nachdem ihre Mannschaft gerade eben mit 0:2 gegen England ausgeschieden war. Aller Trost des Papas scheint nicht zu helfen. Die kleine Szene wurde im ewigen Duell England gegen Deutschland zum Symbol für die Revanche der "Three Lions", die schon so oft bei großen Turnieren an den Deutschen gescheitert waren.

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Doch einige englische Fans schossen weit über das Ziel hinaus. Schnell machten unschöne Memes die Runde, die Freude über den verdienten Sieg wandelte sich zur Häme gegen die Tränen eines kleinen Mädchens. Mit teilweise heftigen Beleidigungen versehen wurde das Foto des Mädchens auf den sozialen Medien geteilt.

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Doch der Jubel über ein weinendes Kind ging auch vielen England-Fans gegen den Strich. Zahlreiche Engländer posteten anstatt hämischer Kommentare Empathisches. Wie zum Beispiel dieser Fan, der beschrieb, er habe seinen eigenen achtjährigen Sohn mit ins Stadion genommen und nicht bei der Nationalhymne gebuht, um ein gutes Vorbild zu geben. Bei den Bildern des Mädchens empfand er nur Mitleid mit ihrem Kummer: "Im Fußball sollte es um Freude und nicht um Rachsucht gehen."

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Besonders enttäuscht war der Waliser Joel Hughes, der sich entschloss, dem Hass der englischen Fans etwas entgegenzusetzen. Auf Twitter startete Hughes eine Spendenaktion für das Mädchen, um Solidarität zu zeigen. Der England-Fan Joel Hughes stellte die Aktion unter das Motto: "Lasst uns diesem kleinen Mädchen zeigen, dass nicht jeder im Vereinten Königreich ein schlechter Mensch ist." Mit der Crowdfunding-Plattform "Just Giving" kamen so schnell über 35.000 Pfund zusammen, umgerechnet über 40.000 Euro.

Mobbing wendet sich gegen empathischen England-Fan

Allerdings kam das nicht bei allen gut an. Sein Twitter-Profil setzte der 51-Jährige inzwischen auf privat. Zu vielen Fans ging seine Soli-Aktion offenbar zu weit. Hughes wurde aufs Übelste beschimpft. Ob ihn die Kinder im eigenen Land nicht interessieren würden, fragten ihn die User. Andere nannten ihn einen "deutschen Nazi" oder sogar einen Kinderschänder. Diese Reaktionen beweisen um so mehr, dass Aktionen wie seine gegen Online-Mobbing mehr denn je benötigt werden.

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Der BBC erklärte Hughes, er habe mit dem Spendenaufruf auch ein deutliches Zeichen setzen wollen: "Ich hatte einfach genug davon." Es gebe "eine sehr laute Minderheit, die das Gute in Großbritannien übertünchen und sie ruinieren unser Ansehen und unsere Beziehung mit unseren Freunden und Partnern in Europa", sagte Hughes dem Sender. Von den Hassnachrichten gegen ihn lässt er sich nicht unterkriegen. Er postete ein Foto von sich und seiner Freundin beim Anstoßen und schrieb dazu sarkastisch: "Wir feiern den Fakt, dass ich heute etwa vier Millionen Mal 'Kinderschänder' genannt wurde." Hughes ist noch auf der Suche nach den Eltern des Mädchens, um ihnen die Spenden übergeben zu können und so seine Versöhnungsgeste abzuschließen.

Im Video: EM: Das waren die deutschen Fehler gegen England

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