Gericht: Laute Enten und Gänse dürfen weiter schnattern

Dominique Douthe mit ihren Enten und Gänsen

Eine Tierhalterin in Frankreich darf ihre Enten und Gänse weiter nach Herzenslust schnattern lassen. Ein Gericht in der Stadt Dax wies eine Klage ihrer Nachbarn wegen Lärmbelästigung ab, wie die Halterin Dominique Douthe am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die 67-Jährige äußerte sich "erleichtert", dass sie ihre Tiere nicht schlachten lassen muss.

Douthe hat seit 36 Jahren eine private Zucht mit rund 50 Gänsen und Enten in der Gemeinde Soustons an der französischen Atlantikküste. Ihre neu zugezogenen Nachbarn hatten ein Ende des "unaufhörlichen Lärms" gefordert und zudem Schmerzensgeld und Justizkosten in Höhe von 5500 Euro verlangt.

Das Gericht wies die Klage zwar ab, ordnete aber eine akustische Expertise an. Sie soll nach Angaben von Douthes Anwalt im Frühjahr erstellt werden. Die Richter seien offenbar der Meinung, die Halterin solle sich mit ihren Nachbarn gütlich einigen, sagte Anwalt Philippe Lalanne.

In Frankreich gab es bereits mehrere Streitfälle um tierische Lärmbelästigung. Erst im September hatte ein Gericht in Rochefort im Westen des Landes eine Klage von Nachbarn abgewiesen, die über morgendliche Ruhestörung durch einen Hahn namens Maurice klagten. Der Fall des "gallischen Hahns" machte weltweit Schlagzeilen.