Entführer von deutschem Segler von philippinischer Armee getötet

Sicherheitskräfte im Einsatz gegen Abu Sayyaf

Bei den Kämpfen gegen die Islamistengruppe Abu Sayyaf auf der Ferieninsel Bohol am Dienstag hat die philippinische Armee einen der Entführer des deutschen Seglers Jürgen Kantner getötet. Unter den sechs getöteten Extremisten sei ein unter dem Namen Abu Rahmi bekannter Abu-Sayyaf-Anführer, sagte Armeesprecher Eduardo Ano am Mittwoch. Rahmis Gruppe habe den Deutschen vergangenes Jahr entführt und später ermordet.

Bei dem Überfall auf die Segelyacht im November hatten die Angreifer Kantners Lebensgefährtin erschossen. Den 70-Jährigen verschleppten sie und forderten ein Lösegeld. Ende Februar enthaupteten die Entführer den Deutschen, seine Leiche wurde Anfang März gefunden. Die Rebellengruppe Abu Sayyaf entführt immer wieder Ausländer, um Lösegeld zu erpressen.

Nach Angaben von Armeesprecher Ano hatte Abu Sayyaf geplant, in der Ostersaison auf der Ferieninsel Bohol rund ein dutzend Ausländer zu entführen. Die philippinischen Geheimdienste hätten jedoch von den Plänen erfahren. Am Dienstag lieferte sich die Armee auf Bohol Kämpfe mit elf Abu-Sayyaf-Mitgliedern, die tags zuvor auf der Insel an Land gegangen waren. Es war das erste Mal seit Jahren, dass Abu-Sayyaf-Kämpfer in eine der Touristenhochburgen der Philippinen vordrangen.

Bei den Kämpfen wurden sechs Rebellen getötet, die fünf anderen sind auf der Flucht und werden von der Armee gesucht. Auch drei Soldaten wurden bei den Gefechten getötet.

Der getötete Abu Rahmi war nach Angaben von Armeesprecher Ano auch an dem Angriff auf die Ferieninsel Samal im Jahr 2015 beteiligt, bei dem vier Touristen - zwei Kanadier, ein Norweger und eine Philippinerin - entführt wurden. Die Kanadier wurden im vergangenen Jahr enthauptet, die beiden anderen wurden freigelassen.

Die Botschaften der USA und Australiens hatten erst vor wenigen Tagen vor möglichen Entführungen auf Bohol und der benachbarten Ferieninsel Cebu gewarnt. Der Bürgermeister der Stadt Cebu, Tomas Osmena, warnte auf seiner Facebook-Seite, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei.

Abu Sayyaf ist seit Jahren in den abgelegenen Dschungel-Gebieten im Süden der Philippinen aktiv, ihre Hochburg ist die Insel Jolo. Die Gruppierung wird außer für Entführungen für Bombenanschläge verantwortlich gemacht. Inzwischen hat sie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat die Treue geschworen.

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