Entscheidungshilfe zur Bundestagswahl: Wahl-O-Mat und die besten Alternativen

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Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Wer noch nicht genau weiß, wo er oder sie die beiden Kreuzchen setzen soll, findet online zahlreiche Entscheidungshilfen. Eine Übersicht.

Federal election Germany.
Bald ist Wahltag: Wer noch nicht weiß, welche Parteien bei der anstehenden Bundestagswahl die eigenen Stimmen erhalten, findet online zahlreiche Entscheidungshilfen. (Bild: Symbolbild / gettyimages)

Diesen Donnerstag geht der Wahl-O-Mat online. Es gibt das bekannte Wahltool seit zwischenzeitlich knapp 20 Jahren – in dieser Zeit wurde es im Vorfeld diverser politischer Wahlen schon über 80 Millionen Mal genutzt.

Angeboten wird der Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung und soll Unentschlossenen dabei helfen, die eigenen Überzeugungen mit den Wahlprogrammen der Parteien abzugleichen.

Wer sich vor der anstehenden Bundestagswahl am 26. September aber nicht nur auf ein Tool verlassen möchte, findet online noch zahlreiche Alternativen. 

Wir stellen im Folgenden einige der wichtigsten vor.

DeinWal

Den Anfang macht DeinWal. Hier handelt es sich gleich um einen etwas anderen Ansatz: Im Gegensatz zum Wahl-O-Mat gleicht DeinWal nicht das Wahlprogramm der Parteien – also ihre politischen Versprechen für die Zukunft – mit den eigenen Überzeugungen ab. Sondern es werden Abstimmungen aus der Vergangenheit herangezogen. 

Wie also haben die fraglichen Parteien in den Parlamenten zu bestimmten Themen abgestimmt? Auf der Webseite heißt es dazu: „Du kannst hier die Abstimmungen der letzten Legislaturperiode von 2017 - 2021 nachspielen, als wärst du selbst dabei gewesen! In der Auswertung siehst du, welche Parteien in deinem Sinne abgestimmt haben.“

Wahlswiper

Wahlswiper – wie der Name vermuten lässt, wird hier Tinder-mäßig gewischt. Gibt es eine thematische Zustimmung mit einer Aussage, dann wird nach rechts oder „Ja“ gewischt, ansonsten nach links oder „Nein“.

Alternativ lassen sich einzelne Aussagen auch überspringen. Am Ende erfolgt eine Auswertung und die prozentuale Übereinstimmungen mit den ausgewählten Parteien.

Wahl-Kompass

Der Wahl-Kompass, bereitgestellt von der Uni Münster, ist ebenfalls eine Entscheidungshilfe vor der Bundestagswahl, die mit insgesamt 30 Thesen den eigenen politischen Standpunkt ermittelt. Allerdings gibt es hier mehr Nuancen, die Fragen können nicht nur mit „Ja“ und „Nein“ beantwortet werden. 

Stattdessen stimmt man „vollkommen zu“, „stimmt zu“, steht einer Aussage „neutral“ gegenüber, stimmt dieser „nicht zu“, stimmt ihr „überhaupt nicht zu“ oder hat dazu „keine Meinung“. Am Ende gibt es wieder Prozentpunkte, die Übereinstimmungen mit den Wahlprogrammen der Parteien anzeigen.

Tools mit besonderen Schwerpunkten

Wer bei der anstehenden Bundestagswahl seine Stimmen an besondere Themenschwerpunkte hängt, findet auch dazu besonders geeignete Tools.

Wahltraut

Hier macht Wahltraut, die „Expertin für Gleichstellungspolitik“, den Anfang. Das Team dahinter hat den zur Wahl stehenden Parteien insgesamt 32 Fragen gestellt, in denen es neben anderen Themen vor allem um „faire Bezahlung, Rechte von LGBTQIA+, Anti-Rassismus und Inklusion“ geht.

Sozial-O-Mat

Ähnlich verhält es sich mit dem Sozial-O-Mat, der, wie der Name schon verrät und es auf der Webseite des Tools heißt, persönliche „Standpunkte mit den Antworten der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zu den wichtigsten sozialen Themen dieser Wahl“ vergleicht. Diese sind für das Team hinter dem Sozial-O-Mat: Arbeit, Gesundheit, Familie und Kinder sowie Migration.

Klimawahlcheck

„Steigen die CO₂-Emissionen weiter so an wie bisher, erwärmt sich die Erde um mehr als vier Grad. Die Folgen für Mensch und Natur wären dramatisch.“ Mit diesen Worten begrüßt der Klimawahlcheck Interessierte. 

Mit dem Tool kann jede*r zunächst für sich selbst definieren, was Klimaschutz überhaupt bedeutet und dann die eigenen Schwerpunkte festlegen. Diese werden dann durch eine Art Ampelsystem mit den zur Wahl stehenden Parteien verglichen. Von rot (keine Übereinstimmung) über gelb (teilweise Übereinstimmung) bis hin zu grün (Übereinstimmung) reicht die Auswertung.

Steuer-O-Mat

Wen vor allem die Steuerpolitik der Parteien umtreibt, findet im Steuer-O-Mat ein hilfreiches Tool. Dafür hat unter anderem das Institut der deutschen Wirtschaft alle Wahlprogramme durchgearbeitet und sämtliche Forderungen durchgerechnet. 

Mit dem Steuer-O-Mat muss jede*r nur drei kurze Fragen beantworten und erhält dann die individuellen Steuervorteile, die nach der Wahl der einzelnen Parteien entstehen würden. So zeigt sich, welche Parteien mit ihren Vorhaben welche Einkommensschichten entlasten oder belasten wollen.

Agrar-O-Mat

Für den Agrar-O-Mat haben die „Redakteure von agrarheute 24 Thesen zur Agrarpolitik erstellt“, dazu haben dann „alle sechs im Bundestag vertretenen Parteien ihre Position zu den agrarpolitischen Aussagen abgegeben“. 

Wer seine Stimmen bei der anstehenden Bundestagswahl also vor allem von diesem Themenkomplex abhängig macht, findet hier ein umfangreiches Informationsangebot.

Die detaillierten Programme der Parteien

Wer trotz dieser Auswahl kein Tool nutzen möchte, sondern sich lieber selbst durch die teils hunderte Seiten an Wahlprogrammen ackern möchte, kann das unter den folgenden Links machen. 

Es gibt oft auch Audio- oder Kurzfassungen:

Im Video: Das ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme

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