Entwicklungsminister Müller fordert Einschränkung von Soja- und Palmölimport

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor dem Hintergrund des neuen IPCC-Berichts Einschränkungen der Importe von Soja und Palmöl in die EU gefordert. "Die EU sollte nur noch nachhaltiges Soja und Palmöl importieren", sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf die zunehmende Abholzung von Regenwäldern zur Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen.

"Das Abholzen von Regenwäldern verursacht elf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes", sagte Müller. "Alle vier Sekunden wird die Fläche eines Fußballfelds abgeholzt ? vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen. Das müssen wir sofort stoppen." Besonders in Brasilien hat die Abholzung der Wälder in den vergangenen Monaten massiv zugenommen.

Den am Vormittag in Genf veröffentlichten IPCC-Sonderbericht zur Landnutzung wertete der Minister als "Alarmsignal" und Aufruf zu verstärkten Investitionen in den Klimaschutz. "Auch in Deutschland müssen wir unsere Anstrengungen vergrößern und im kommenden Jahr zusätzlich 500 Millionen Euro in den internationalen Klimaschutz investieren - entweder aus dem Nationalen Klimafonds oder aus dem Bundeshaushalt", verlangte Müller weiter. Dies müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem UN-Klimagipfel im September international zusagen.

Ernährungssicherung und Klimaschutz seien die Überlebensfragen der Menschheit, mahnte Müller. Ohnehin werde es "immer schwieriger, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, vor allem in Afrika". Steige jetzt noch die globale Erwärmung auf zwei Grad, sei die Lebensgrundlage von Hunderten Millionen Menschen bedroht.

"Wir müssen jetzt handeln und den Menschen ein Überleben in ihrer Heimat sichern", verlangte daher der Entwicklungsminister. Dazu seien Hilfen bei der Anpassung an den Klimawandel erforderlich, aber auch ein Umsteuern hin zu einer "nachhaltigen und innovativen Landwirtschaft". Die neue EU-Kommission müsse diese Aufgaben zu ihrem Schwerpunkt machen.