Entwicklungsminister Müller will Afrika ohne Hunger und mit grüner Elektrizität

Entwicklungsminister Müller

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will sich für ein Afrika ohne Hunger und mit grünem Strom einsetzen. "Durch Technologietransfer und eine Investitionsoffensive können wir gemeinsam ein Afrika ohne Hunger und eine Energiewende mit grüner Elektrizität für alle in den nächsten zehn Jahren schaffen", erklärte Müller zum Abschluss der Konferenz "Compact with Africa" (CwA) am Mittwoch in Berlin. Müller plädierte dafür, in einem EU-Afrika-Vertrag einen neuen Vertragsrahmen zur institutionellen Zusammenarbeit in einem EU-Afrika-Rat zu schaffen. Außerdem solle eine Investitionsoffensive europäischer Unternehmen finanziell unterstützt und angestoßen werden.

Es sei "falsch, die Diskussion mit Afrika stets nur auf die Bekämpfung von Fluchtursachen zu beschränken", erklärte Müller. Afrika sei "ein reicher Kontinent mit enormen Wachstumspotenzialen", Europa sollte "die großen Chancen der verstärkten Zusammenarbeit jetzt nutzen".

Ziel der während des deutschen G20-Vorsitzes 2017 gestarteten Initiative "Compact with Africa" ist es, die Investitionsbedingungen in afrikanischen Staaten zu verbessern und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln. Deutschland unterstützt einige der zwölf Compact-Staaten durch eine engere Zusammenarbeit. Dazu fanden in Berlin am Dienstag und Mittwoch zwei Tage lang Treffen im Beisein einer Reihe afrikanischer Staats- und Regierungschefs statt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf am Mittwoch in Berlin im dem Zusammenhang mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, dem Präsidenten von Burkina Faso, Roch Marc Kaboré, und dem Kommissionschef der Afrikanischen Union, Moussa Faki, zusammen.

Die Entwicklungsorganisation One nannte die CwA-Konferenz allerdings "enttäuschend". Der Bundesregierung gelinge es seit zwei Jahren nicht, die Initiative zu einem "kohärenten Maßnahmenpaket zu formen", erklärte One. "Das einzig Positive, was die Compact-Initiative zutage gefördert hat, ist, dass die Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent ein Thema ist", erklärte der Deutschland-Direktor von One, Stephan Exo-Kreischer. "Endlich geht es mal nicht um Flucht und Migration, sondern wie man wirtschaftlich besser zusammenarbeiten kann."