Er gibt nicht auf: Trump kündigt Rückkehr im August an

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Donald Trump will unbedingt zurück ins Weiße Haus. Jetzt lässt er verbreiten, er werde schon im August "wieder eingesetzt". Dafür hat der abgewählte US-Präsident gute Gründe.

Eine Rückkehr ins Weiße Haus 2024 wünschen sich viele Trump-Anhänger. Doch bis zur nächsten Wahl will der Ex-Präsident offensichtlich gar nicht warten. (Bild: REUTERS/Ringo Chiu)
Eine Rückkehr ins Weiße Haus 2024 wünschen sich viele Trump-Anhänger. Doch bis zur nächsten Wahl will der Ex-Präsident offensichtlich gar nicht warten. (Bild: REUTERS/Ringo Chiu)

Obwohl alle Versuche das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom November 2020 anzufechten vor den Gerichten scheiterten, scheint sich Donald Trump weiterhin als rechtmäßiger Amtsinhaber zu sehen. Nun machen unter seinen Anhänger neue Gerüchte die Runde, die Trump anscheinend gezielt befeuert. Schon im August könne er als US-Präsident ins Amt zurück kehren.

Auf einer Konferenz für Anhänger der Verschwörungstheorien von QAnon sprachen Trump-Fans gegenüber anwesenden Medienvertretern immer wieder von einem Coup wie in Myanmar. Dort hatte das Militär am 1. Februar das demokratisch gewählte Parlament aufgelöst und die Regierung übernommen. In einem Video, das die New York Times-Journalistin Maggie Haberman auf Twitter teilte, sind Interviews der Trump-Anhänger mit CNN zu hören. "Das Militär wird die Republik zur rechten Zeit wieder herstellen mit Trump als Präsident," sagt eine Frau ganz offen.

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Haberman berichtet schon seit Jahrzehnten über Trump und deckte schon während seiner Amtszeit zahlreiche Hintergrund-Storys der Trump-Regierung auf. Sie schrieb in ihrem Tweet, der Ex-Präsident habe mehreren engen Vertrauten erzählt, er werde im August wieder ins Amt eingesetzt. Diese Vertrauten verbreiten diese Theorie nun unter den Anhängern weiter. So sprach zum Beispiel sein Ex-Anwalt Sidney Powell ebenfalls auf der QAnon-Konferenz von einer baldigen Rückkehr Trumps ins Weiße Haus. Sein ehemaliger Berater Steve Bannon nimmt mit seinem Podcast großen Einfluss auf viele Entscheider in der republikanischen Partei und heizt ebenfalls immer wieder Verschwörungstheorien an.

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Kissen-CEO will Beweise vorlegen

Auch der Geschäftsführer der Kissen-Firma "My Pillow" Mike Lindell hat sich schon im Wahlkampf für Trump stark gemacht. Lindell behauptete nun, er werde im August Nachweise für einen Wahlbetrug vorlegen, die "so überzeugend seien, dass die Richter gezwungen seien, die Wahlergebnisse für ungültig zu erklären." Die Verschwörungstheorie des Wahlbetrugs hält sich hartnäckig, auch weil Trumps Gefolgsleute nicht müde werden, sie permanent zu wiederholen. 

Mike Lindell, in den USA als der "My Pillow Guy" bekannt, gehört zu den merkwürdigsten und lautesten Figuren unter den Fürsprechern Trumps. (Bild: Stephen Maturen/Getty Images)
Mike Lindell, in den USA als der "My Pillow Guy" bekannt, gehört zu den merkwürdigsten und lautesten Figuren unter den Fürsprechern Trumps. (Bild: Stephen Maturen/Getty Images)

Flucht vor der Strafverfolgung ins Weiße Haus

Doch es ist wohl kein Zufall, dass Donald Trump sich gerade jetzt so sehr eine Rückkehr in ein - demokratisch in keiner Weise legitimiertes - Amt wünscht. Denn der Generalstaatsanwalt von Manhattan lässt gerade die Ergebnisse seiner Ermittlungen gegen Donald Trump wegen des Verdachts des Steuer-, Bank- und Versicherungsbetrugs von Geschworenen überprüfen. Es ist ein klares Zeichen, dass die Anwaltschaft davon ausgeht, genügend Beweise für eine Anklage beisammen zu haben. Wenig verwunderlich, dass Trump sich da die Immunität eines Präsidenten wünscht, die ihn bisher geschützt hatte.

Doch die Ankündigung seiner "Wiedereinsetzung", ein Vorgang übrigens, der verfassungsrechtlich nicht vorgesehen ist, begeistert seine Anhänger. Schon im Januar zeigte sich beim Sturm auf das Kapitol, dass es durchaus eine beträchtliche Anzahl an Trump-Wählern gibt, die bereits sind, auch mit Gewalt gegen eine demokratisch gewählte Regierung vorzugehen. Auch damals hatte Trump mit seinen Reden und dem Festhalten an der Wahlbetrugs-Legende zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Dafür wurde in seinen letzten Tagen als Präsident ein zweites Amtsenthebungsverfahren im Eiltempo durchgeführt. Mit der Ankündigung des August-Datums folgt nun das nächste Kapitel.

Im Video: Trumps Republikaner blockieren Untersuchungskommission zu Kapitol-Erstürmung

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