Erdogan beklagt "Druck" auf türkische Minderheit in Bulgarien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Nazi-Vergleiche im Streit mit Deutschland und anderen EU-Staaten verteidigt. Zugleich kritisierte er Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Der Streit um eine mutmaßliche Einmischung Ankaras in die vorgezogene Parlamentswahl am Sonntag in Bulgarien hat sich weiter verschärft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Bulgarien am Donnerstag vor, im Zusammenhang mit der Wahl Druck auf die türkische Minderheit auszuüben.

"Auf der einen Seite sprechen sie von Demokratie, auf der anderen Seite üben sie Druck auf die Türken aus. Das ist einfach unglaublich", sagte Erdogan bei einer Rede in Ankara.

Seit Tagen werfen die bulgarischen Behörden sowie die größten Parteien des Landes Ankara vor, sich offen für die neue protürkische Partei Dost in Bulgarien einzusetzen und sich damit in die Wahlen einzumischen. Erdogan sagte dazu, er wolle "die Souveränität von niemandem" verletzen, müsse aber handeln, um "die Rechte" der türkischen Minderheit zu schützen. Er wünsche "von ganzem Herzen, dass die Wahlen in Bulgarien ruhig, gerecht und transparent verlaufen".

In Bulgarien leben rund 700.000 ethnische Türken. Zudem gibt es in der Türkei etwa 200.000 türkischsprachige Bulgaren, von denen in der Regel ein Drittel an den Wahlen in Bulgarien teilnimmt.

In den Umfragen vor der bulgarischen Parlamentswahl liefern sich die prorussischen Sozialisten und die proeuropäischen Konservativen von Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Drittstärkste Kraft in Bulgarien ist bisher die MDL, die größte Partei der türkischen Minderheit. Bei der Wahl bekommt sie nun aber Konkurrenz von der neuen pro-Erdogan Partei Dost.

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