Erdogan fordert von Saudi-Arabien Auskunft zu vermisstem Journalisten

Recep Tayyip Erdogan

Im Fall des vermissten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Druck auf Riad erhöht. "Dieser Vorfall ist in unserem Land passiert. Es ist uns unmöglich, bei einem solchen Vorfall still zu bleiben", warnte Erdogan laut der Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag und forderte von Saudi-Arabien die Herausgabe der Videoaufnahmen aus dem Istanbuler Konsulat, in dem Khashoggi verschwunden war.

Türkische Ermittler haben den Verdacht geäußert, dass Khashoggi bei einem Besuch im Konsulat seines Landes in Istanbul vergangene Woche von saudiarabischen Agenten ermordet wurde. Riad weist die Vorwürfe zurück, ist aber den Beweis schuldig geblieben, dass der 59-jährige Regierungskritiker das Konsulat wieder lebend verließ. Laut dem Konsulat waren die Überwachungskameras im Gebäude am Tag von Khashoggis Besuch ausgefallen.

"Ist es möglich, dass es in einem Konsulat, in einer Botschaft kein Kamerasystem gibt?", fragte Erdogan laut "Hürriyet" nun auf dem Rückflug von einem Besuch in Ungarn. "Wenn ein Vogel fliegt, oder eine Fliege oder eine Mücke erscheint, würde dieses System es aufzeichnen." Kameras der türkischen Polizei vor dem Konsulat haben aufgenommen, wie Khashoggi in das Konsulat ging, doch gibt es keine Aufnahme, dass er es wieder verließ.