Russland, Iran und Türkei geloben Zusammenarbeit in Syrien

Russland, der Iran und die Türkei wollen in Syrien enger zusammenarbeiten. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich die Staatschefs der drei Länder am Dienstag in Teheran dazu, "Terroristen" in Syrien gemeinsam zu bekämpfen. Wladimir Putin, Ebrahim Raisi und Recep Tayyip Erdogan wiesen demnach "alle illegitimen Selbstbestimmungsinitiativen" von Gruppen in der Region zurück. Es gehe darum, sowohl die Souveränität und Integrität Syriens als auch die Sicherheit der Nachbarländer zu bewahren.

Das Gipfeltreffen der drei Präsidenten auf Einladung des Iraners Raisi stand im Rahmen des sogenannten Astana-Friedensprozesses, den die drei Länder 2017 aufgenommen hatten. Allerdings verfolgen Moskau, Teheran und Ankara teils stark unterschiedliche Interessen in Syrien. Während Russland und der Iran den syrischen Machthaber Baschar al-Assad unterstützen, steht die Türkei auf der Seite einiger Rebellengruppen.

Erdogan untermauerte bei dem Treffen seine Drohung, eine neue Militäraktionen gegen kurdische Gruppen in Syrien zu starten. "Wir werden unseren Kampf gegen die Terroristen in Kürze fortsetzen", sagte er. "Wir erwarten von Russland und Iran, dass sie uns im Kampf gegen den Terrorismus unterstützen".

Er verwies auf ein Abkommen mit Russland und den USA aus 2019, wonach beide Länder dabei helfen sollten, kurdische Kämpfer aus dem syrisch-türkischen Grenzgebiet zu verdrängen. "Das ist immer noch nicht geschehen", sagte Erdogan. "Es ist längst überfällig."

Der türkische Präsident droht bereits seit Ende Mai damit, eine neue Offensive gegen kurdische Gruppen in der Region zu starten. Die Türkei hat dabei mehrere Orte im Visier, die unter der Kontrolle der syrisch-kurdischen Organisation YPG stehen. Diese wird von der Regierung in Ankara als Terrororganisationen eingestuft, wurde aber von den USA und der internationalen Koalition im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt.

Sowohl Moskau als auch Teheran hatten zuvor erkennen lassen, dass sie eine türkische Militäraktion nicht gutheißen würden. Dies könne die Lage in der Region verschlimmern, bekräftigte das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, der am Dienstag ebenfalls mit Erdogan zusammentraf. Ob die trilaterale Gipfelerklärung eine Änderung der iranischen Haltung zu einer möglichen türkischen Offensive widerspiegelt, war zunächst nicht ersichtlich.

kol/pe

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